Der Zertifikatskurs tAPP im dritten Durchgang

Marc Godau | 17. Januar 2017

Der »Zertifikatskurs tAPP – Musik mit Apps in der Kulturellen Bildung« geht bereits in die dritte Runde. Zum dritten Mal setzen sich Musiker_innen aus ganz Deutschland mit Perspektiven eines neuen Berufsfeldes auseinander. Vom 04.-08. Feburar 2017 findet die nächste von insgesamt vier Weiterbildungsphasen à 5 Tage in der Universität der Künste Berlin statt. Auf dem Plan steht die Präsentation von Praxisprojekten, eine LINKjam und ein öffentliches Abschlusskonzert. Und Gäste sind dazu herzlich ins Appmusik Studio an der UdK eingeladen! 

tAPP bereits im dritten Durchgang

Seit Oktober 2016 läuft der dritte Durchgang des »Zertifikatskurses tAPP – Musik mit Apps in der Kulturellen Bildung«. 18 Musiker_innen aus ganz Deutschland beschäftigen sich mit der übergeordneten Fragestellung, welches Potential mobile Digitaltechnologien für Kulturelle Bildungsangebote bieten. Unterstützt werden sie dabei in jeder Phase von unterschiedlichen Akteuer_innen aus den Bildungswissenschaften, Musik- und Medienpädagogik, Appentwicklung sowie aus der Praxis Kultureller Bildung.

Komponieren mit Musikapps: In Gruppen erarbeiten Schüler_innen in Nachmittagsangeboten eigene Stücke, die sie einander vorführen und die sie als Aufnahme auch zuhause hören können. // Foto: Julian Quack

Ziel ist die Entwicklung grundlegender Kompetenzen für die Durchführung von Appmusik-Projekten in der Kulturellen Bildung im Nachmittagsbereich an Schulen, im Rahmen von künstlerischen Angeboten in Sozialeinrichtungen, an Kulturinstitutionen, an Musikschulen usw. Diese Bildungsprojekte reagieren auf Bedürfnisse unterschiedlichster Adressatengruppen und verbinden Apps und Musik als Bestandteile einer an Kunst orientierten Vermittlungspraxis.

 

Die dritte Phase im Februar 2017

Vom 04.-08. Feburar 2017 findet in den Räumen der Universität der Künste Berlin die nächste Phase des »Zertifkatskurses tAPP« statt. Dabei handelt es sich um die dritte von insgesamt vier Weiterbildungsphasen à 5 Tage.

Diesmal sind neben Matthias Krebs und Marc Godau vom Team der Forschungsstelle Appmusik sowie Kerstin Hädrich und Lukas Bergmann von der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel erneut namhafte Expert_innen als Dozent_innen dabei: Dazu zählen Lydia Grün, die Geschäftsführerin des netzwerks junge ohren, der Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Joachim Ludwig sowie der App-Entwickler Dr. Gabriel Gatzsche.

Insgesamt unterscheidet sich der dritte Durchgang durch die wissenschaftliche Begleitung in vielen Punkten von vorangegangenen Durchgängen. Dazu gehört einerseits eine noch stärkere Partizipation der Weiterbildungsteilnehmer_innen an der Kursgestaltung (dies hatten wir bereits an anderer Stelle behandelt) und andererseits eine stärkere Öffnung auch nach außen, etwa durch Akquise von Publikum für Konzerte.

 

Praxisprojekte der Teilnehmer_innen

Ein erster Höhepunkt der kommenden Phase ist die Vorstellung der Praxisprojekten. Diese wurden von den Teilnehmer_innen im Rahmen der Weiterbildung selbst geplant und durchgeführt. In der dritten Phase stellen die Musiker_innen ihre Projekte vor und reflektieren diese gemeinsam mit anderen Teilnehmer_innen sowie den Dozent_innen. 

Auf der Webseite des „Netzwerk tAPP“ unter www.musik-mit-apps.de finden sich zahlreiche Projektbeschreibungen. / Klick aufs Bild, um zur Seite zu gelangen.

Wie üblich werden die Artikel im Nachgang an die Phase auf dem begleitenden Blog veröffentlicht, um die Ideen und Erfahrungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mehr dazu auf dem Blog des Zertifikatskurses -> http://musik-mit-apps.de/category/praxisprojekte/

 

LINKjam

Ein zweiter Höhepunkt ist die Durchführung einer LINKjam im Rahmen der Weiterbildung als Möglichkeit einer tiefgreifenden Demokratisierung des Musikmachens. Besonders durch die neuartige Ableton-Link-Technologie verschmelzen die Rollen zwischen Musiker_in und Publikum zu einer kollaborativen Form des Musizierens. Alle Teilnehmenden können jederzeit in den Prozess des gemeinsamen Musizierens ein- und aussteigen, erleben oder aktiv-handelnd verändern, der Musik folgen oder sie verändern usw. Ableton Link ermöglicht das durch die Aufrechterhaltung eines einheitlichen Pulses über WLAN für alle Geräte (Smartphones, Tablets und Laptops) im selben Netzwerk.

Bereits im Juli 2016 wurde ein solch offenes Konzertformat, die BOLjam 1 in der Noise Fabrik in Berlin/ Neukölln mit großem Erfolg durchgeführt. Nun soll zu derartigen ästhetische Erfahrungen auch in der Weiterbildung angeregt werden, um innovative Formen kollektiven Musizieren zu erproben. 

Die BOLjam, einen musikalischen Projekt der Forschungsstelle Appmusik sowie Gad Baruch Hinkis von Polyjam art group und unterstüzt von der Noize Fabrik, Ableton und dem Ableton Link team ist Grundlage der LINKjam bei tAPP.

Durch derartige Veranstaltungen wird die Weiterbildung auch für neugierige Besucher_innen geöffnet. Eingeladen sind hiermit alle, die das Musizieren mit digitalen Technologien in Berührung kommen wollen oder bereits als Musiker_in aktiv damit umgehen. Zudem werden die Teilnehmer_innen des Zertifikatskurses tAPP Einblicke in ihre musikalischen Entwicklungen im Umgang mit mobilen Digitaltechnologien geben.

Die LINKjam findet am Samstag, den 4. Februar ab 19:30 in der Universität der Künste (Bundesallee 1-12, Raum 340) statt.

 

Abschlusskonzert

Es hat sich seit der ersten Durchführung des Zertifikatskurses tAPP im Jahr 2015 schnell gezeigt, dass die Initiierung von Auftrittssituationen ein wichtiger Faktor ist, um Technik und künstlerischen Ausdruck in einer authentischen Praxis zu erproben, dem Konzert sowie damit die Relevanz von mobilen Digitaltechnologien für die Musiker_innen zu erhöhen.

Bühnenaufstellung // Foto: Matthias Krebs

In diesem Sinne findet ganz in der Tradition von tAPP am Vorabend des letzten Tages ein Konzert als künstlerischer Abschluss der Phase statt. Darin präsentieren die Teilnehmenden frische musikalische Experimente mit Musikapps, die sie in der aktuellen Phase entwickelt haben. Auch hierzu laden wir Sie recht herzlich ein.

Das Konzert beginnt am 07.02.2016 (Dienstag) um 20:00 in der Universität der Künste (Bundesallee 1-12, Raum 340). Der Eintritt ist frei.

Danach sind Gäste herzlich zu einem Getränk und zum Erfahrungsaustausch eingeladen.

 

Große Vorfreude

Mit viel Vorfreude sehen wir der dritte Phase entgegen. Wir sind gespannt über die Erfahrungen der Teilnehmer_innen in ihren Praxisprojekten, die wir mitunter in ersten Ideen kennen. Auch die Kursveranstaltungen versprechen dieses Mal wieder ein großes Spektrum verschiedener Diskurse rund um das Thema Kulturelle Bildung und Appmusik. Und schließlich sind Gäste der LINKjam sowie des Konzertes herzlich willkommen.

ist Musiker, Musikpädagoge sowie Workshopleiter in der Populären Musik und Appmusik. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Künste Berlin sowie an der Universität Erfurt. Er forscht und publiziert in den Bereichen Hochschulentwicklung, pädagogische Fort- und Weiterbildung, technologievermitteltes Musiklernen, kollektive Lernprozesse beim Musizieren in Schule und Hochschule sowie Lehrer_innenprofessionalisierung. In seiner Dissertation – einer systemisch-konstruktivistischen Grounded Theory Studie – untersuchte er selbstständige Lernprozesse von Schüler_innengruppen beim Musizieren von Popmusik.