Spielerisch Notenlesen lernen mit Apps

Matthias Krebs | 6. April 2022

In diesem Beitrag geht es um das Thema spielerische Lernapps und um eine Auswahl an Apps zum Notenlesen lernen und üben, von denen einige auch im Rahmen einer kleinen Praxisphase von Lehrkräften in ihren regulären Unterricht eingesetzt wurden. Eine nähere Erläuterung zur Systematik, die dieser Betrachtung zugrunde liegt, ist unter dem gleichen Titel als Zeitschriftenartikel in der Ausgaben der üben & musizieren 2/2022 (Link zum Beitrag) erschienen. Hier findet sich das Manuskript des Artikels als pdf (zum Ausdrucken).

Der Beitrag ist eine Zusammenarbeit von Aurelia Georgiou und Matthias Krebs. Er baut auf den Ergebnissen einer Masterarbeit auf, die im Fach Musikvermittlung an der Hochschule für Musik in Detmold geschrieben wurde sowie auf eine Reihe von Workshops und Austauschtreffen mit Musikschullehrkräften des Landesverbandes der Musikschulen Schleswig-Holstein im Projekt MSdigital.SH.

Inhaltsverzeichnis (mit Sprungmarken):

  • Spielerisch Lernen
  • Notenlesen
  • Typen und Beispiele zum Erkennen von Tonhöhen
  • Beispiele zum Erkennen von Notenwerten
  • im Kommentarbereich bietet sich ein Forum zum Erfahrungsaustausch

Spielerisch Lernen

Das Spielerische lässt sich anhand von sieben Aspekten knapp umreißen: Fantasie(welten), Regeln, Audio-visuelle Gestaltung, Herausforderung, Reiz des Neuen, Kontrolle und Handlungsgeschichte (vgl. Garris et al. 2002:447 ff.). Spiele bringen das Potenzial mit sich, dass für Spieler*innen das Umfeld und die reale Welt in den Hintergrund rücken. Grund dafür ist der einnehmende Kreislauf von Aktion und der sofortigen Rückmeldung durch das Spiel, worauf wiederum reagiert werden muss. Dabei findet beim Spielen Lernen statt, indem auf verschiedene Anforderungen Lösungen entwickelt und erprobt werden.

Bezugnehmend auf die Gestaltung von Lernumgebungen fällt häufig der Begriff Gamification, womit die Integration von Elementen (Spielmechaniken) aus (digitalen) Spielen beschrieben wird (vgl. Barth & Ganguin 2018). Was Gamification ausmacht, geht jedoch über die Vergabe von Punkten, Abzeichen und Highscore-Listen hinaus: Um intrinsische Motivation zu erreichen, ist vielmehr entscheidend, sowohl Kooperation als auch Wettbewerb zu ermöglichen. Der soziale Faktor (z. B. dass ich sehe, wie erfolgreich Freund*innen sind oder dass ich mit ihnen in Konkurrenz treten kann) ist ebenso wie ein aussagekräftiges Feedback von Bedeutung: Viele Spieler*innen motiviert es, wenn sie wissen, wie sie sich einschätzen können, was bereits erreicht wurde und wie weit das nächste Ziel entfernt ist.

Notenlesen

Besonders im Kontext formaler Bildung sind Notenlesekompetenzen nach wie vor von Bedeutung und stellen eine zentrale Richtgröße der Lehrpläne an Musikschulen dar. Bezogen auf die abendländische Musiktradition wird unter dem Begriff Notenlesen gemeinhin die Dechiffrierung der Notenschrift zur Reproduktion von Musik verstanden, die seit dem 17. Jahrhundert als Kanon bis heute besteht.

Die Grundkompetenz des Notenlesens beinhaltet das Erkennen von Tonhöhen sowie von Tondauern und rhythmischen Strukturen. Diese Fertigkeiten müssen wie andere Fertigkeiten auch geübt bzw. trainiert werden.

Didaktisches Design und Einsatz im Unterricht

Die hier im Folgenden vorgestellten spielerischen Apps zum Trainieren des Notenlesens möchten in ihrer grafischen Darstellung Kinder ansprechen und kosten um die 5€. Sie sind am ehesten mit Vokabeltrainern vergleichbar. Das Vermittlungskonzept ist auf den behavioristisch-kognitivistischen Ansatz limitiert: Es werden simple Aufgaben ohne große methodische Varianz gestellt, das richtige Ergebnis wird belohnt. Ihr Gaming-Potenzial ist eher begrenzt. Die didaktischen Möglichkeiten, die sich von Software als multimedialer Lernwelt erhofft werden, werden daher nicht ausgeschöpft. Warum sich ihnen dann zuwenden?

Aus dem Unterrichtseinsatz haben sich folgende Überlegungen ergeben: Die funktionale Übersichtlichkeit dieser Apps ermöglicht es, sie flexibel in unterrichtlichen Situationen einzusetzen: Da sie keine eigene Spielhandlung bieten, können sie von der Lehrkraft, z. B. durch eine konkrete Aufgabenstellung, kontextualisiert werden. Ebenso bieten die Apps keine Hinweise zur optimalen Realisierung der Aufgaben – somit ist die Lehrkraft als Coach gefragt, um Strategien zu vermitteln, systematische Fehler zu erkennen und effektive Lösungswege zu finden. Auch moderiert die Lehrkraft die Übertragung der trainierten Inhalte auf die Musizierpraxis. In diesem Lernarrangement werden die Schüler von der Spielumgebung der Apps weniger eingenommen, vielmehr sind die Apps Unterrichtsmedien, welche von Schüler*innen und Lehrkräften als Trainingsobjekte genutzt werden. Sie bieten ein Material, das – pädagogisch reflektiert – auf fordernde Weise das Training ansprechend gestaltet.

Typen und Beispiele zum Erkennen von Tonhöhen

Im Hinblick auf die unterrichtlichen Integrationsmöglichkeiten der Apps sind vor allem die Unterschiede in Bezug auf die Eingabe- und Abfragemodi relevant. Sie werden im Folgenden in vier Typen kategorisiert und anhand von Fallbeispielen illustriert.

Übersicht der verschiedenen Abfragemodi. Zum Vergrößern auf da Bild klicken.

Die meisten der untersuchten Apps lassen sich für eine Bandbreite an Instrumenten nutzen. Für Gesang gibt es bei der Tonhöhenerkennung eine Besonderheit, da Sänger*innen die Intervalle zwischen den Noten, statt den eigentlichen absoluten Tonhöhen lesen.

Im Anschluss an die Vorstellung von interessanten Fallbeispielen, findet sich eine Reflexion zu den vier Typen.

1. a) Einzeltöne benennen bzw. b) einer Griffbilddarstellung zuordnen

Die Tonhöhe als Zuordnung einer Position im Liniensystem in Abhängigkeit vom Notenschlüssel z. T. mit etwaigem Versetzungszeichen wird als Notenname oder Griffbilddarstellung abgefragt.

  • NGM Kids (iOS & Android)
    • In der Spielewelt eines Ninja-Helden können die Spieler*innen in 4 Levels, bei denen sich Anzahl und der Ambitus der abgefragten Noten erhöht, im Single-Choice-Modus trainieren. Am Ende einer Spielrunde wird der Ninja-Held je nach Leistung mit einem Gürtel in entsprechender Farbe ausgezeichnet. Eigene Levels mit frei gewähltem Tonvorrat können erstellt werden, außerdem gibt es zu jedem Level die Möglichkeit sich in einer Selbstlernumgebung ohne Zeitdruck selbst abzufragen. In der “Class Games” bzw. “Studio Games” Version können mehrere Spieler*innen angelegt werden, die in Highscorelisten verglichen werden können. NGM Kids ist in englischer Sprache, daher wird der Ton “h” als “b” benannt.
    • Mehr Infos und Download der App: http://www.ningenius.net/classic-app.html

  • Jungle Music (Android)
    • In der Spielewelt des Chamäleons werden innerhalb der Spielrunden die Noten als Fliegen symbolisiert, die das hungrige Chamäleon verspeist, sobald die Noten auf dem Mobilgerät korrekt benannt wurden. Innerhalb des fein abgestuften Lernpfads erhöht sich der Ambitus der abgefragten Noten, außerdem müssen die Spieler*innen mit steigenden Levels die abgefragten Noten schneller erkennen. Die Jungle Music App gibt es in drei Versionen, eine kostenfreie Einstiegsversion, die Normalversion und einer Proversion für Lehrkräfte. In allen Versionen können alle Schlüssel trainiert werden, in der Pro Version können zusätzlich bis zu 70 Spieler*innenprofile angelegt werden, sowie eigene Levels erstellt werden. Die Noten können entweder in Solmisationsnamen, englischer oder deutscher Bezeichnung angezeigt werden.
    • Mehr Infos und Download der App: http://zecortex.free.fr/jungle-music-app/index-de.html

2. Zusammenhängende a) Töne benennen bzw. b) Töne einer Griffbilddarstellung zuordnen

Die Notennamen mehrerer Tonhöhen werden hintereinander abgefragt. Ist ein Referenzton bekannt, können die folgenden Tonhöhen hergeleitet werden.

  • Mozart 2 Pro (iOS)
    • Auf einer Notenzeile fliegen die zu lesenden Noten von rechts nach links über den Bildschirm. Bevor eine Note den linken Bildschirmrand erreicht hat, muss der/die Spieler*in sie korrekt auf dem Eingabefeld eintippen, um nicht an “Spielleben” zu verlieren. “Aktionsnoten” mit Zusatzpunkten oder sich verändernder Position etc., bringen Spannung ins Spiel. Im Laufe der fein abgestuften Levels, die nach Tonarten gespielt werden können, erhöhen sich Ambitus und Spieltempo. Die Highscoreliste bietet Spieler*innen zudem Vergleichsmöglichkeiten.
    • Mehr Infos und Download der App: https://rogame.com/d/ios/mozart.html // https://apps.apple.com/de/app/mozart-2-pro/id1049822737

3. Einzeltöne auf einem Instrument spielen

Die Tonhöhe als Zuordnung einer Position im Liniensystem in Abhängigkeit vom Notenschlüssel (z.T. mit etwaigem Versetzungszeichen) wird am physischen Instrument abgefragt. Das Training per Mikrofon-Eingabe ist übungsbedürftig.

4. Zusammenhängende Töne auf einem Instrument spielen

Auf dem physischen Instrument werden mehrere Tonhöhen hintereinander abgefragt. Ist ein Referenzton bekannt, können die folgenden Tonhöhen hergeleitet werden.

  • TunyStones (iOS & Android)
    • In 126 aufeinander aufbauenden Levels begeben sich die Spieler*innen mit dem Spielhelden “Tuny” auf die Reise auf einem Flusslauf. Der Fluss kann auf Steinen, die die zu spielenden Noten symbolisieren, passiert werden. Enthalten sind einige bekannte Melodien wie Beethovens Ode an die Freude. Im Laufe des Spiels steigen Anzahl und Ambitus der abgefragten Noten und die Intervalle zwischen den Noten werden größer. Zusätzlich können über 60 eigene Levels erstellt und gespeichert werden, die sich neben dem personalisierten Notenlesetraining auch dafür eignen, erste Kompositionsversuche mit den Schüler*innen zu unternehmen. Die App ist ausschließlich für den Klavierunterricht konzipiert.
    • Mehr Infos und Download der App: https://tunystones.com/

Fazit

Die Unterscheidung der Apps anhand der darin realisierten Eingabe- und Abfragemodi lässt Rückschlüsse auf die Lernprozesse zu. Beim ersten Typ „1.a) Einzeltöne benennen bzw. b) einer Griffbilddarstellung zuordnen“ steht die Anreizstrukturen im Vordergrund, die durch ein Belohnungssystem geschaffen wird. Das Punktesystem bietet Bewertungen an. Der Einsatz dieser Apps nach dem „Drill and Practice“-Prinzip ermöglicht einerseits eine flexible Integration in den Unterricht (und auch für Zuhause). Andererseits erscheint bei näherer Betrachtung diese Typ problematisch. „Sie hat eine einfache Botschaft: Lernen hat keinen Wert für dich – sondern durch die Belohnung, die du dadurch erhältst, und den Wettbewerb mit anderen. Gewinnen wird wichtiger als lernen.“ (Wampfler 2022). Es kann beobachtet werden, dass diese Form der Gamification eher wenig Motivation für das Notenlesen bietet: Die Schüler*innen entwickeln eher Strategien, um die Logik der Punktevergabe und des Wettbewerbs für sich zu nutzen. Wofür die Punkte vergeben werden, wird zur Nebensache.

Dies spricht nicht allgemein gegen Gamification (und Apps vom ersten Typ), jedoch hebt diese Beobachtung eine pädagogisch reflektierte Integration und Kontextualisierung solcher Apps hervor. Auch wenn die Schüler*innen auf den ersten Blick hoch engagiert mit solchen Apps wirken, so erscheinen Lerneffekte ohne eine pädagogische Einbindung wenig ausgeprägt.

Bei Apps, die den anderen Typen zugeordnet werden können, erscheint die Verbindung zur Notenlese-Kompetenz stärker ausgeprägt zu sein. Hier werden durch Gamification motivierende Strukturen angeboten, die Fortschritte sichtbar machen, selbstorganisiertes Lernen durch Levelstrukturen ermöglichen und variierende Setting bieten, in denen Schüler*innen üben können.

 

Apps zum Erkennen bzw. Lesen von Tondauern und rhythmische Strukturen

 

Weitere interessante Apps zum Notenlesen bzw. Blattlesen üben

Insgesamt finden sich verschiedene weitere Apps für Fortgeschrittene, die weniger spielerisch sind, mit denen Blattsingen und -spielen trainiert werden kann. Die folgenden Apps bieten teilweise auch Kombinationen der Eingabe- und Abfragemodi an und sind im Unterschied zu den oben vorgestellten Apps eher schlicht gehalten.

Erfahrungsaustausch

Ausdrücklicher Wunsch und große Hoffnung ist, dass diese Übersicht von den Leser*innen dieses Beitrags durch Fragen sowie eigene Erfahrungen, Beispiele und Links ergänzt wird.


8 Antworten zu “Spielerisch Notenlesen lernen mit Apps”

  1. Perter T. sagt:

    Vielen Dank Frau Georgiou und Herr Krebs für diese vielfältige Übersicht.
    Ich habe zwar nur die Demo angeschaut, jedoch finde ich den Ansatz von https://www.earz.eu/de/ ganz interessant. Es ist eine umfangreiche Sammlung an Gehörbildungsaufgaben (auch Noten lesen), die sich für einen unterrichtsbezogenen Einsatz eignen. Man kann EARZ als App aber auch im Browser nutzen. Damit ist der Einsatz sehr flexibel, da die Kids nicht extra erst eine App installieren müssen.

  2. Vielen Dank für den spannenden und umfassenden Beitrag! Auch ich konnte in der Praxis durchaus positive Erfahrungen mit Noten-Lern-Apps sammeln. Einerseits als methodisches Werkzeug im heterogenen Gruppenunterricht und andererseits als Werkzeug in Kombination mit dem Instrument im Einzelunterricht. Interessant war zu beobachten, dass die Lernenden ein unmittelbares Feedback einer App anders aufnehmen als das Feedback der Lehrperson!
    Dadurch entstehen spannende neue Unterrichtssituationen die den Rollenwechsel weg vom Wissensvermittler hin zum Coach und Begleiter ermöglichen. Welche Erfahrungen habt ihr diesbezüglich gemacht?

    • Lieber Benedikt,

      ja, dass sich die Rolle der Lehrkraft im Zusammenhang mit dem Einbezug von solchen Apps verändern kann, haben auch einige Lehrkräfte in der Interview-Studie beschrieben. Davon handelt auch einen Absatz in dem Zeitschriftenartikel (oben verlinkt). Hinzufügen würde ich, dass so eine App in interaktiver Nutzung als Akteur wahrnehmbar werden kann und ja, dadurch werden Rollen neu verhandelt. Z.B. gibt die App nun Feedback (richtig/falsch) und die Lehrkraft unterstützt vielleicht eher durch Reflexionsfragen oder Hinweise zur Strategiefindung.

  3. Karsten Degner sagt:

    WOW, vielen Dank für diese Sammlung an Apps. Ich empfehle manchen meiner SchülerInnen auch einfach die Detmold Music Tools (https://detmoldmusictools.de/index.php?cmd=courseManager&mod=course&action=learn&courseId=47). Das ist eine interaktive Webseite, die einfach im Safari oder GoogleChrome läuft. Nix weltbewegendes aber für manche ganz nützlich.

  4. Annina sagt:

    Danke für die vielen Tipps und Ausführungen dazu!
    Bin im Store noch über diese App gestolpert. Daran finde ich toll, dass man einzelne Töne gezielt auswählen kann und die Eingabe mit dem Instrument erfolgen kann – ausprobiert mit Bass, Blockflöte, Gitarre und Klavier – funktioniert super!
    https://apps.apple.com/de/app/noten-lesen/id1049049299

  5. Manou Liebert sagt:

    Hallo Matthias, ich bin ein großer Fan von Flashnote Derby: https://flashnotederby.com/
    Ein grosser Vorteile ist, dass man die Auswahl der zu lernenden Noten an das zu übende Stück anpassen kann. Hinterher werden bei Fehlern die korrekten Antworten noch einmal ohne Zeitdruck gezeigt. Das erhöht den Lerneffekt und weckt den Ehrgeiz. Bei den verschiedenen Skins ist für jedes Kind was dabei. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das „Wettrennen“ seine Faszination auch bei älteren Schülern (bis ca. 13/14) nicht verliert. Die MIDI-Funktion für das Beantworten habe ich noch nicht ausprobiert. es gibt auch eine Lehrer/Schüler-Funktion, die ich ebenfalls noch nicht ausprobiert habe. Der Nachteil ist, dass die App 5 Euro kostet.

  6. Ralf Schmuck sagt:

    Hallo,

    lieber Matthias, wie schon per Mail angekündigt, schreibe ich hier mal meine Erfahrungen zu einigen Apps rein. Evtl. helfen die ja auch einigen Blechbläser-Kolleginnen.

    Ich habe einige Apps ausprobiert und für mich als Blechbläser einige Kritikpunkte gefunden.

    Bei den meisten Apps wird der Fokus auf eine Klaviertastatur gelegt. Das hilft meinen Schülerinnen und Schülern nicht weiter. Die kennen in der Regel als Blechbläser keine Klaviatur.
    Ich habe folgende Apps ausprobiert:

    Tuny Stones:
        nette Idee
        aber Fixierung auf Klaviatur
        nicht in B (transponierend) – verwirrt die Schüler (ein C bei uns klingt halt anders als ein C von Klavier, Geige etc.)
        Tonumfang passt nicht zur Trompete

    Notejumper:
        auch schöne Idee, vor allem die Möglichkeit das Mikro zu nutzen, das finde ich im Grunde richtig genial
        auch hier passt der Tonumfang nicht – es wird Bass-Schlüssel benutzt, Spiel nicht nutzbar, da die zum Lösen benötigten Töne nicht erreicht werden können
        nicht in B – das verwirrt die Schüler wenn ein Schüler ein „g“ spielt und in der Notenzeile ein „f“ erscheint

    Music Crab:
        leider wieder nur Toneingabe per Klaviatur
        Benennungsproblem: im deustchen Sprachraum „h“ – in der App englische Bezeichnung „b“, zwar korrekt, verwirrt aber die Schüler

    Mussila:
        finde ich persönlich zu verspielt
        ich habe nur das Rhythmusmodul benutzt und danach die App sofort deinstalliert. Die Wiedergabe von Achtelnoten ist deutlich zu schnell = unrhythmisch. Wenn das schon nicht richtig funktioniert, dann brauch ich diese App nicht. Das kann jede Metronom-App besser

    Note Rush, Mozart 2 pro und Staffwars kann ich nicht nutzen, da sie kostenpflichtig sind und ich diese nicht auf meinem Dienstgerät installieren kann. Gerade Note Rush klingt sehr interessant. Schade, dass es keine Testversion gibt.

    So blieb dann mit etwas Frust nur „Name that Note“ übrig. Das ist ganz nett zum eigentlichen Notennamenlernen. Das ist aber in der Regel gar nicht das Problem, das können die Kids meist recht schnell. Was mir fehlt, ist eine technische, gerne auch spielerische Möglichkeit, Noten am Stück zu lesen und auf dem Instrument umzusetzen (richtige Ventile, richtiger Luftstrom, korrekte Länge). So etwas habe ich leider noch nicht gefunden.

    ****
    Ich habe gestern eine App gefunden, die mir einen jahrelangen Wunsch erfüllt. Ich suchte schon vor gut 10 Jahren eine Möglichkeit, bei Spielen eines Stückes die aktuelle Position in den Noten angezeigt bekommen. Etwa so wie bei den Keyboards mit leuchtenden Tasten 😉

    So etwas gibt es! Playscore2. Läuft auf IOS und Android. Einfach Noten fotografieren und abspielen. Geht erstaunlich fehlerfrei. Wahnsinn! Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Transponieren kann die App wohl auch. In der Freeversion habe ich es noch nicht hin bekommen, da ist der Menüpunkt ausgegraut. In der Pro-Version soll das wohl funktionieren. Jetzt muss ich nur noch meine Chef davon überzeugen, dass er die Kosten für die Software übernimmt….oder ich kaufe es selbst…

    Mit der App können meine Schüler (wenn transponieren funktioniert) ihr jeweiliges Stück einfach fotografieren, es sich anhören, im Zweifel mitspielen. Und noch besser. Sie können die Klavierbegleitungen ihrer Stücke fotografieren und sich begleiten lassen. Das „Klavier“ klingt sogar halbwegs brauchbar. Das Abspieltempo ist stufenlos einstellbar. Genau so etwas habe ich gesucht.

    • Lieber Ralf,
      vielen Dank für deine Gedanken und Ergebnisse deiner Erkundungen. Mein Denken bereichert das ungemein.
      (Wie auch an deinen Ausführungen auch deutlich wird, sind die Apps vielleicht eher als MATERIAL (wie ja auch Noten) zu sehen, die im Unterricht erst methodisch integriert werden müssen – und nicht schon einfach selbst Unterricht sind. Die Lehrkraft oder der Schüler/die Schülerin müssen eben Wege finden, wie sie von dem Angebot profitieren können. (Bei manchen Apps fällt da für manche Instrumente erstmal nix ein. Andere eignen sich da vielleicht mehr – wie im echten Leben.))

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