Musikschule digital – Apps im Instrumental- und Vokalunterricht

Matthias Krebs | 5. Mai 2017

„Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“ – das klingt wie eine Drohung oder ein Versprechen. Wie immer kommt es auf die Sichtweise des Betrachters an. Viele Musiker_innen wissen es heute zu schätzen z.B. ein Metronom, ein brauchbares Stimmgerät oder eine Notenauswahl, als Musikapps auf ihrem Smartgerät installiert, bei Bedarf stets zur Hand zu haben. Instrumental- und Vokalpädagog_innen können zusätzlich auch Gehörbildungstrainingsprogramme, Akkord-Tabellen, Drumtrainer und Apps für Blattleseübungen ihren Schüler_innen empfehlen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass der Einsatz dieser digitalen Technologien in vielerlei Hinsicht nicht nur nützlich, sondern auch lernförderlich und auch für das Musizieren eine Bereicherung sein kann. Andererseits bringt der Einsatz von Musikapps im Instrumental- und Vokalunterricht aus Sicht vieler Lehrer_innen nicht nur Vorteile mit sich, sondern ist mit der Bewältigung verschiedener Herausforderungen und mit Unsicherheiten verbunden. Dieser Beitrag befasst sich mit aktuellen digitalen Lerntechnologien und mit der Frage, wie sich Musikschule den Veränderungsprozessen durch die Digitalisierung stellen kann.

Fotos von der 3. gemeinsamen Jahrestagung der Region 12 des Landesverbandes der Musikschulen Baden-Württembergs in Wangen im Allgäu am 6. Mai 2017. Links: Diskussionsrunde / Rechts: Szene aus einem Workshop // Fotos: Nadin Schmolke

Ob soziale Netzwerke, Smartphones, Musikapps oder Games – der Umgang mit digitalen Technologien ist für die meisten Musikschüler_innen (allen Alters) und Musikschul-Lehrer_innen längst zur festen Größe im Alltag geworden. Das Angebot an musikspezifischen Apps ist groß. In der Kategorie „Musik“ der App Stores für Geräte von Apple und Android finden sich neben Radio- und Playerapps sowie Appinstrumente (z.B. Synthesizer, Looper, Drumcomputer) bis hin zu mobilen Studios auch zahlreiche Musikapps, die man als Hilfsmittel im Instrumental- und Vokalunterricht verwenden kann. Unter den über 50.000 Musikapps gibt es dabei zahlreiche Beispiele, die neue Möglichkeiten im Umgang mit Musik eröffnen und Apps, die Funktionen bieten, die das Erlernen von Musikinstrumenten unterstützen können. Viele Musikapps sind zudem recht günstig oder gar kostenlos zu haben.

Digitalisierung ist für Organisationen wie Musikschulen eine Herausforderung: „Digitale Transformation ja, aber wir müssen die Menschen mitnehmen.“. Erstens: im „müssen“ klingt viel Fremdbestimmung an – statt Gestaltungswille. Und zweitens: ein „aber“ ist immer eine Relativierung des zuvor Gesagten. Passender erscheint mir daher ein „und“. Verändert man die Interpunktion noch leicht, dann wird aus dem Satz: „Digitalisierung? Ja, und wir wollen die Menschen mitnehmen.“

Für Instrumental- und Vokalpädagog_innen, die sich für diese neuen Möglichkeitswelten interessieren und Apps in ihren Unterricht integrieren wollen, stellen sich jedoch auch wichtige Fragen: Wie soll ich mit technischen Problemen der Schüler_innen bei der Smartphone-Bedienung umgehen? Woher soll ich die Zeit nehmen, um passende Apps zu recherchieren? Welche Qualität kann ich z.B. bei Stimmgeräten, Übebegleitern, Trainingsapps und Lernspielen erwarten? Motivieren die Geräte auch zum Üben oder lenken die Apps nicht eher vom Instrument ab? Welche Konsequenzen hat der Einsatz von Apps auf die didaktische Planung des Unterrichts? 

Auf viel grundsätzlicherer Ebene stellen sich die Fragen: Welche Bedeutung haben digitale Technologien für das Erlernen von Musikinstrumenten? Welchen Mehrwert können Musikapps für meinen Instrumentalunterricht bieten?

Um diese Fragen zu beantworten, behandelt dieser Beitrag auch die Bedingungen von Bildungsangeboten im Zuge der Veränderungen durch die Digitalisierung anhand von verbreiteten digitalen Lerntechnologien. Wobei sich am Beispiel von Smartphones, Tablets und Apps sich Veränderungsprozesse gut demonstrieren und praktisch nachvollziehen lassen. All denjenigen, die sich mit dieser Thematik näher Beschäftigen wollen, sei weiter unten eine Auswahl an Musikapps empfohlen, die sich speziell für den Instrumental- und Vokalunterricht anbieten.

Titelbild des Veranstaltungsprogramms zum Thema Veränderungen des Instrumental- und Vokalunterrichts im Zuge der zunehmenden Durchdringung von digitalen Technologien im Alltag // Foto: Talía Baños

Im Rahmen der 3. gemeinsamen Jahrestagung der Region 12 des Landesverbandes der Musikschulen Baden-Württembergs in Wangen im Allgäu am 6. Mai 2017 haben die Mitarbeiter_innen der Forschungsstelle Appmusik zusammen mit versierten Appmusik-Expert_innen eine Fortbildung für Musikschullehrer_innen konzipiert. Mit diesem Beitrag wollen wir die Workshop-Materialien allen Teilnehmer_innen der Tagung sowie Interessierten zukommen lassen.

  • Aufruf: Um die wichtige Diskussion weiterzuführen und die Empfehlungsliste an Musikapps (siehe unten) auch in Zukunft weiter zu entwickeln und zu erweitern, würden wir uns freuen, wenn für Empfehlungen und Erfahrungsberichte der Kommentarbereich unter genutzt wird.

Appmusik trifft Instrumentalpädagogik in Wangen

Zwei Themenkomplexe standen bei der Jahrestagung im Mittelpunkt: Zum einen ging es um das Thema Apps im Instrumental- und Vokalunterricht, zum anderen um das Unterrichten mit Leib und Seele.

Eröffnet wurde die Tagung mit einer Keynote von Matthias Krebs. Unter dem Titel „Veränderungen des Instrumental- und Vokalunterrichts durch Digitalisierung“ stellte er zentrale Entwicklungen und Herausforderungen der Digitalisierung vor.

Tagungsauftakt in der Stadthalle in Wangen. // Foto: Nadin Schmolke

Daran anschließend diskutierten die ca. 300 anwesenden Instrumental- und Vokalpädagog_innen dringende Fragen zu dieser Thematik mit den erfahrenen Musikpädagog_innen aus Berlin vom Team der Forschungsstelle Appmusik (Matthias Krebs, Frauke Hohberger, Anja Fischer, Marc Godau, Jonathan Kühnl und Nadin Schmolke). Nach dem Mittagessen erkundeten alle Instrumental- und Vokalpädagog_innen schließlich in einem Workshop eine Auswahl an Musikapps, die als Hilfsmittel den Unterricht sowie die Arbeit mit Ensembles und Chören unterstützen können.

Durch die Digitalisierung verändert sich auch die Rolle der Instrumentallehrerin/des Instrumentallehrers.

Die Herausforderung ist also, in einem komplett veränderten Umfeld für den Aufgabenkern neue Modelle zu finden und digitale Technologien einzubinden.

Auch das andere Thema befasste sich mit dem Unterrichten. Unter dem Titel „Musik ist Leben! Musizieren und Unterrichten mit Leib und Seele“ gab Prof. Dr. Wolfgang Rüdiger, vielen bekannt als ständiger Autor in „Üben und Musizieren“, praxisnahe Impulse für einen improvisationsorientierten Unterricht.

Die Digitalisierung hat gerade erst begonnen!

Nachdem sich unsere Art, miteinander zu kommunizieren, durch die neuen Medien revolutioniert hat, greift die Entwicklung auf viele andere Bereiche über. Schlagworte wie „Industrie 4.0“ oder „Internet der Dinge“ legen für diese Veränderungsprozesse Zeugnis. Es verwundert nicht, dass sich Digitalisierung auch auf künstlerische und kreative Berufe auswirkt. Digitale Klangverarbeitung hat die Studioarbeit verwandelt und das Internet als Distributionskanal von Musik hat physische Tonträger fast obsolet gemacht. Aber auch die Praxen der Aneignung von Musikinstrumenten verändern sich stetig.

Neben professionell produzierten YouTube-Tutorials, unterstützen umfangreiche interaktive Nachschlagewerke in 3D auf Smartphones und Tablets sowie unterhaltsame Lernapps, digitalisierte Übungsintrumente wie Jamstik+ bishin zu Virtual Reality-Angeboten die Nutzer_innen.

YouTube, Apps, Lernspiele und Online-Lern-Portale sind heute verbreitete Technologien zum Erlernen von Musikinstrumenten. 

„Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Was nicht digitalisiert, aber durch ein digitales Angebot ersetzt werden kann, wird digital ersetzt.“ Romanus Otte, Lernen von anderen Branchen (Zitat nach Carly Fiorina) 

Das soll nicht alarmistisch klingen, sondern verdeutlichen, dass niemand sich falsche Illusionen zu machen braucht. Es gilt die Digitalisierung ernst zu nehmen und dadurch einerseits die Herausforderungen und durchaus existierenden Gefahren zu verstehen, aber andererseits auch die Chancen und Möglichkeiten zu erkennen.

Dass die Digitalisierung bereits einen erheblichen Einfluss auf fast alle gesellschaftlichen Bereiche genommen hat, ist unumstritten. Das Ausmaß der Veränderungswirkung kann z.B. in der Medien-, Musik- und Fotobranche gesehen werden, die nicht nur früh, sondern auch allumfassend im Zuge der Digitalisierung verändert wurden.

Die Herausforderung ist es also, in einem sich rasch verändernden Umfeld für einen spezifischen Aufgabenkern neue Modelle zu finden. Man kann also sagen, umso größer die Veränderungen um einen sind, um so wichtiger ist es, sich darauf zu besinnen, was man eigentlich machen will.

Die Aussagen auf dieser Folie sind etwas überspitzt formuliert. Sie sollen dazu animieren, den Aufgabenkern grundlegend zu hinterfragen.

Was ist der Aufgabenkern von Musikschule? Das klingt banal, aber es ist nicht leicht – vor allem auch Worte dafür zu finden. Also nicht ein gemeinsames irgendwie Verständnis von dem was irgendwie gemacht werden soll, sondern ganz konkret für eine Organisation zu definieren: Was tun wir eigentlich? Dazu haben sich beispielsweise die Teilnehmenden einer Diskussionsgruppe von Instrumentalpädagog_innen der Fächer Blechbläser und Schlagzeug auf folgende Punkte geeinigt:

Aufgabenkern von Musikschule ist…

  • Menschen Wege zum Musizieren zu eröffnen
  • direktes persönliches Feedback von Musikpädagog_innen
  • Musikschule als Ort gemeinsamen Musizierens
  • neue Leute mit ähnlichen Interessen kennenlernen
  • intensive Erfahrungen im Instrumentalspiel, Aufmerksamkeit
  • Zugang zu individuellen Interpretationen und Ausdrucksmöglichkeiten anzubieten.

Diese Liste kann (und muss) sicher noch weiter ausdifferenziert werden. Sie bietet aber schon erste Anhaltspunkte, welche Aufgaben zentral für die Weiterentwicklung von Musikschule in einem digitalisierten Alltag sind. Dabei ist es jedoch ein Missverständnis, hier nun Musikschule als eine Art „Gegenwelt“ zum (längst digitalisierten) Alltag etablieren zu wollen. Es geht ja eben darum, das Modell Musikschule mit Bezug zu den technologischen Veränderungen weiterzuentwickeln und nicht einen eigenen/exklusiven Gegenpol aufzubauen, der sich von den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen abschottet.

Die Konfrontation mit Veränderungen kann erschüttern. „Wir werden in unserem Selbstverständnis und in unserer Rolle stark in Frage gestellt, was aber zum allergrößten Teil sehr gut für unsere Weiterentwicklung ist.“ (Teilnehmerstimme)

Viele Musikpädagog_innen nutzen digitale Technologien in ihrem Alltag ganz selbstverständlich:

  • WhatsApp – Kommunikation, Organisation
  • YouTube – Inspiration, Tutorials, Hörbeispiele
  • Fotos, Videos – Dokumentation, Hobby
  • Social Media – Beziehungsmanagement
  • Smartphone – zum Musikhören, Spotify
  • Apps – als Notizbuch
  • Musikapps – zum Üben Zuhause

Warum bleiben dieselben Technologien im Unterricht außenvor? Warum nicht YouTube-Tutorials auch im Unterricht analysieren und für das Üben Zuhause empfehlen? Warum nicht Demo-Videos vom Spiel des Lehrers zur Orientierung für das Üben erstellen? Warum nicht mit dem Lernenden alternative Gehörbildungsprogramme testen, die mehr Spaß machen und passendere Aufgaben stellen? Warum nicht den Lernenden ermuntern bei YouTube ein Tutorial zu suchen, dass zeigt, wie man das aktuelle Lieblingsstück spielen kann – im Unterricht kann man dann am Ausdruck und am gemeinsamen Musizieren ansetzen? Warum nicht mit dem Lernenden gemeinsam interessante Begleitungen programmieren, mit denen das Üben von Tonleitern, Arpeggien musikalischer wird oder dazu improvisiert werden kann?

Bildungsinstitutionen, die Digitalisierung ernst nehmen, integrieren digitale Technologien in ihre Strukturen. Das ist ein Prozess, der von allen getragen werden muss – eine große Herausforderung für jede Organisation (hier Musikschule). Die Entwicklung eines spezifischen Aufgabenkerns von Musikschule ist eine Grundlage für die Auseinandersetzung mit Veränderungsprozessen. Er sollte von allen gemeinsam formuliert werden können. Der Aufgabenkern kann dann als eine Leitlinie für die Integration von digitalen Musiktechnologien dienen.

Instrumental- und Vokalunterricht mit digitalen Technologien

Tatsache ist, dass verschiedene digitale Angebote zum Erlernen von Musikinstrumenten längst von einer Vielzahl an Nutzer_innen verwendet werden. YouTube hat sich innerhalb einer Dekade zum wichtigsten Medium für das Musiklernen entwickelt. Neben Konzertmitschnitten werden dort Tutorials zu spieltechnischen Fragen sowie zu Musiktheorie und Instrumentenbau bereitgestellt – erreichbar unabhängig von Tageszeit und Ort. Doch wird Instrumental- und Vokalunterricht durch digitale Angebote nicht einfach ersetzt, wie der Vergleich auf den Folien aufzeigt:

Diese Folien behandeln Vor- und Nachteile von Einzelunterricht, Lernapps und Online-Plattformen auf Grundlage von Argumenten von Nutzer_innen und Anbieter_innen. Klicke auf’s Bild zur Vergrößerung.

Interessanterweise hat sich in den Diskussionsrunden der Jahrestagung des Landesverbandes der Musikschulen Baden-Württembergs in den verschiedenen Diskussionsrunden bestätigt, dass die Nutzung von Smartphones und Apps wie WhatsApp bei fast allen Musikpädagog_innen längst im Alltag integriert wurden. Die Kommunikation mit Schüler_innen über Termine wird dadurch effektiviert und flexibel (wenn auch das Aushandeln von Kommunikationsregeln noch eine Herausforderung darstellt).

Dagegen bleiben diese Technologien in der Musikschule jedoch außen vor, was auch strukturelle Gründe hat. So berichten einige Instrumentalpädagog_innen, dass es kein WLAN gibt, Smartphones im Unterricht nicht erlaubt und auch von den Eltern nicht gewünscht werden. Vielfach scheint aber auch einfach nicht klar genug zu sein, dass digitale Technologien nicht allein Kommunikationswerkzeuge oder Spiele bieten, sondern zunächst vernetzte Computer sind, also Universaltools darstellen. Demnach können Alltagsbegleiter wie Smartphones und Tablets als Arbeitsgeräte, als Lernwerkzeuge oder Wissensspeichern fungieren. In diesem Sinne nutzen längst auch viele Menschen digitale Technologien als Übebegleiter um Musikstücke einzustudieren, um Skalen zu pauken oder um ihr Timing zu trainieren. Dabei erscheint eine Kombination unterschiedlichster Lerntechnologien wie Notenbuch, Musikapps, Online-Plattformen, CDs, MP3-Aufnahmen etc. für die Lernenden nicht nur effektiv sondern auch gewünscht zu sein. Eine solche Kombination sollte von der Lehrkraft aber auch aktiv unterstützt werden, in dem die Technologien selbstverständlich in den Einzel- und Ensembleunterricht integriert werden. Anderenfalls entstehen Gegenwelten (siehe oben).

Ein Ergebnis aus der Diskussionsrunde Instrumentalpädagog_innen der Fächer Holzblasinstrumente moderiert von Anja Fischer. // Foto: Nadin Schmolke

Allen Musikpädagog_innen sei an dieser Stelle empfohlen, zu reflektieren, wie digitale Technologien in ihrem und im Alltag der Schüler_innen verankert sind und welchen Platz die Technologien im Unterricht haben. Am Beispiel einer Auswahl an Musikapps soll im Folgenden veranschaulicht werden, welche Möglichkeiten moderne Technologien im Unterricht bieten, um das methodische Repertoire zu erweitern und um dem Lernenden eine Bandbreite an verschiedenen Hilfestellungen auch für das Üben zu Hause anzubieten. Digitale Technologien können dabei Feedback geben oder Wissensspeicher sein – aber auch als Kreativtool und als Musikbegleiter fungieren.

App-Auswahl für Instrumental- und Vokalpädagogen

An dieser Stelle wollen wir die Auswahl an Apps aus den instrumentenspezifischen Workshops zur Verfügung stellen. Die pdf-Datei dazu findet sich hier:

thumbnail of Applisten_VdM_Wangen

Klicke auf’s Bild um zur App-Liste (pdf) zu gelangen.

Darüber hinaus haben wir auf der Plattform AppZapp Listen angelegt, in denen sich darüber hinaus noch zahlreiche Empfehlungen finden. Eine Liste mit Apps für Geräte mit Android-System ist Vorbereitung und wird in Kürze nachgeliefert.

Die Listen dienen dazu, sich über die Apps näher zu informieren. Nutzen Sie auch YouTube, um sich einen tieferen Eindruck von der Funktionalität zu verschaffen.

Auswahl für allgemeine Hilfsmittel:

Eine Liste mit Apps, die sich Instrument-übergreifend verwenden lässt.

Audiorekorder, Slowdowner, Einzähler, Metronom, Drummachine, Stimmgeräte, Notationsprogramm, Akkord, Übungsjournal

Auswahl für den Schlagzeug-Unterricht:

Übungspatterns, Timing-Übungen, Metronom, Spielanalyse, Play-Alongs, Drumcomputer

Auswahl für den Gitarren-Unterricht:

Chord-Tabellen, Jam-Tools, Tonleitern-Trainer, Lick-Trainer, Effektgeräte, Drumcomputer, Songbooks, 3D-Griffe, Gitarren-Tutorials

Auswahl für den Streichinstrumente-Unterricht:

Stimmgeräte, Play Along, Aufnahmefunktion, Notenmappen mit Layoutveränderung, Transposition, Tempoanpassung, Griffbrett, Time-Shift, Metronom

Auswahl für den Blechblasinstrumente-Unterricht:

Stimmgerät, Metronom, Visualisierung von Intonation, Übungen, Aufnahmegerät, Griffe, Notengeneratoren zum Blattspielüben, Songs zum Mitspielen

Auswahl für den Klavierunterricht:

Notensammlungen, interaktive Partituren, Blattleseübungen, Notensatz, Apps mit unterschiedlichen Schwerpunkt auf das Klavierlernen, spielerisch oder aufbauend

Auswahl für den Gesangsunterricht:

Playbacks, Playalongs arrangieren, Drummachines, Looper, Warmups, Gehörbildung, Blattlesen, Notenverwaltung, Effektgeräte, Harmonizer

Auswahl für den Holzblasinstrumente-Unterricht:

Stimmgerät, Metronom, Visualisierung von Intonation, Übungen, Aufnahmegerät, Griffe, Songs zum Mitspielen

Auswahl für den Gehörbildungsunterricht:

Skalen, Intervalle, Rhythmusübungen, Notenlernen, Gehörbildungsprogramme, Harmonieübungen

Auswahl für Ensembleunterricht und Bühne:

Notenmappen, Aufnahmegeräte, Setlist-Maker, Play Alongs, Dirigat

 

Unser Fazit

Wir sind in den insgesamt 10 Gruppen sowohl auf Widerstand als auch Offenheit gestoßen. Die Diskussionen haben dabei tiefe Einblicke in die Bedürfnisse und Sorgen der teilnehmenden Instrumental- und Vokalpädagog_innen gegeben. Teilweise wurden Sorgen laut, inwiefern tradierte Unterrichtsmodelle durch den Einbezug mobiler Digitaltechnologien verdrängt würden. Daher ist es uns wichtig noch einmal zu betonen, dass es nicht um Missionierung geht.

Mit Spannung werden wir auch weiterhin verfolgen, wie sich das Thema „Appmusik trifft Instrumentalpädagogik“ entwickeln und wie sich „Digitalisierung@Musikschule“ in Zukunft darstellen wird.

Wir hoffen, allen teilnehmenden Instrumental- und Vokalpädagog_innen mit unserem dreiteiligen Angebot aus Keynote, Diskussionsrunden und Workshops einerseits eine Orientierung zum Thema und einen praktischen Einblick gegeben zu haben und andererseits insgesamt zu einer differenzierteren Auseinandersetzung mit der Weiterentwicklung ihres Unterrichts beigetragen zu haben.

Wir würden uns sehr über Feedback freuen. Und natürlich über Empfehlungen und Erfahrungsberichte zur Verwendung von Musikapps aus der individuellen Unterrichtspraxis.

Weitere Links zum Thema:

 

ist wissenschaftlich als Leiter der Forschungsstelle Appmusik an der Universität der Künste Berlin tätig. Er beschäftigt sich im Rahmen seiner Promotion mit der Aneignung digitaler Musikinstrumente. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen: Digitale Medien in Lehre und Forschung, Kommunikation im Social Web, Netzkunst, Grundlagenforschung zum Musizieren mit Technologien. Matthias Krebs ist Gründer und Leiter des professionellen Tablet-Orchesters DigiEnsemble Berlin. Als Lehrbeauftragter ist der Diplom-Musik- und Medienpädagoge an mehreren deutschen Musikhochschulen sowie auch bei den Appmusik-Workshops von app2music aktiv.