Gesangs- und Instrumentalunterricht über Skype und Co

Matthias Krebs | 16. März 2020

Von den Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie sind auch Musikschulen sowie private Vokal- und Instrumentalpädagog*innen betroffen. Kindern wird beispielsweise der Besuch öffentlicher und privater Bildungseinrichtungen von der Landesregierungen untersagt. Zu erwarten ist, dass alle Schulen in ganz Europa sukzessive diese Woche vorrübergehend geschlossen werden. Dieser Beitrag soll zu allererst zu einer Beruhigung bei Lehrkräften beitragen. Es werden organisatorische, technische und pädagogische Ansätze zum Thema „Gesangs- und Instrumentalunterricht per Videochat“ anhand von Erfahrungen aus der Praxis dargestellt.

Beitragsinhalte:

NEU: Weiterführender Beitrag, in dem die Fragen diskutiert werden, inwiefern Online-Unterricht ein Zukunftsmodell ist oder sich möglicherweise Musikschule damit selbst abschafft. Wie geht’s nach der Corona-Krise weiter?

In dem weiterführenden Beitrag werden grundsätzliche Argumente zum Thema ‚Online-Unterricht‘ diskutiert —> Diskussionsbeitrag: Künstlerischer Einzelunterricht mit ZOOM? – Gehört nun Online-Unterricht die Zukunft?  

Unterricht gegen die soziale Isolation

Kurzfristig haben das ganze Wochenende Kollegen von öffentlichen und privaten Musikschulen an Elternbriefen gearbeitet. Häufig wird darin Eltern angeboten, dass zur normalen Unterrichtszeit Online-Unterricht via Skype und Co durchgeführt werden kann.

„Ich denke, dass diese Unterrichtsform für die Schüler*innen und mich sehr spannend sein kann. Vielleicht bringt sie sogar ein bisschen frischen Wind in die Unterrichtsroutine. Über Unterstützung dabei bin ich sehr dankbar! Es ist ja ein Sprung ins kalte Wasser für uns alle.“ (Klavierlehrerin, DTKV Essen)

Die Krise rund um die Coronavirus-Epidemie wird unseren Alltag aber auch unsere Arbeitswelt als Vokal- und Instrumentalpädagog*innen verändern.

Städtische Musikschule Ibbenbüren-Hörstel-Recke: Musikschule 2.0 – wir sehen die Corona-Krise als Chance! Wir erarbeiten z. Z. ein Handlungskonzept zum Thema „Fernunterricht“. Gebt uns ein paar Tage Zeit, die Ansätze sind schon da. Die erste Fachbereichsleiterkonferenz der Musikschule fand gerade per Livestream statt. Musik kann uns allen durch die Nächste Zeit helfen. Gesund bleiben! #zuhauseüben #zuhausehatesimmergeklappt

Um Lehrkräften eine Orientierung zum Thema anzubieten, werden in diesem Beitrag Praxis-Erfahrungen zur Nutzung von Skype und Co von Kolleg*innen zusammengetragen, die schon seit einer Weile Teile ihres Vocal- und Instrumentalunterrichts per Smartphone-, Tablet- und Laptop realisieren.

  • Dieser Beitrag ist im Entstehen und wird in den nächsten Stunden und Tagen sprachlich geglättet und inhaltlich stetig erweitert. Mit dem Beitrag soll aber vor allem JETZT eine erste Hilfestellung geboten werden.
  • Eure Fragen, sowie eure eigene Erfahrungen und Links sind ein großer Gewinn für viele Kolleg*innen! Das Thema steht noch am Anfang und wir können es gemeinsam schnell weiterentwickeln, um mit Technologien möglichst auch sinnlich in Beziehung treten zu können.

 

Unterricht per Videochat

Die hier vorgestellte Form lässt sich wohl am treffendsten als „Instrumentalunterricht per Videochat“ bezeichnen. Dazu werden neben Messengern (FaceTime, WhatsApp etc.) auch Konferenztools wie Skype und Zoom verwendet (siehe dazu weiter unten). Es wird hierbei wie in einem Musikschulraum 1:1 oder auch 1:2 unterrichtet. Das folgende Video zeigt, wie so ein Unterricht aussehen kann:

Die Praxis per Videochat z.B. via Skype zu unterrichten, wird schon seit einigen Jahren von Lehrkräften, besonders aber von Musiker*innen, die viel Touren oder auf Konzertfahrten sind sowie auch Hochschullehrkräften seit einigen Jahren praktiziert. Im Unterschied dazu findet der Großteil des Unterrichts im Grundlagenbereich an Musikschulen und in privaten Haushalten unter Anwesenden statt. Für viele Lehrkräfte zählt der „direkte“ Kontakt zu den zentralen Qualitäten des Musiklernens des Vokal- und Instrumentalunterrichts. Siehe auch Ü&M 2013: Skype & Co

„Wir wollen weiter für unsere Schüler*innen da sein. Jetzt eben online! Auch wenn wir wissen, dass dies ein angepasstes Unterrichten erfordert und man viele unkonventionelle und neue Wege finden muss.“ Kristin Thielemann, Trompetenlehrerin

Aus aktuellem Anlass der Coronavirus-Epidemie gilt es, Techniken zu entwickeln die dazu beitragen, musikalische, körperliche Fertigkeiten mit einem Instrument möglichst vielseitig über eine audiovisuelle Bildschirm-Technologie zu vermitteln. Dieser Beitrag soll zu allererst zu einer Beruhigung beitragen. Soll aber auch bisher ungelöste Herausforderungen aufzeigen und Lösungsansätze von Einzelnen sichtbar machen.

 

Zum Geleit: Erste Stolpersteine und unser Wissen

#0 „Die Hochschule räte ihren Lehrenden dringend von Unterricht via Skype ab…“ oder „In Köln nicht umsetzbar…“ – solche Aussagen finden sich die Tage viel in Mails und als Kommantare auf Facebook. Gemeint ist, dass Musikschulträger wie städtische Verwaltungen darauf hinweisen, dass Unterricht nicht im Rahmen von Lohnfortzahlungen gestattet sind. Anweisung: Für viele öffentlichen Musikschulen gilt, dass deren Unterrichtsbetrieb behördlich eingestellt wird. Der Unterrichtsbetrieb wird an vielen Musikschulen daraufhin komplett eingestellt. Das betrifft sämtliche Arten von Unterricht, also auch Online-Unterricht. Gründe dafür sind, dass es bisher keine Regellungen in den Unterrichtsverträgen gibt und Notfallpläne bisher nicht bereitliegen.

Selbstverständlich steht es jedem frei, sich mit seinen Schülerinnen und Schülern (auch online) in Verbindung zu setzen. Dies zählt allerdings nicht als regulärer Unterricht.“ (Musikschulleitung)

Einige Träger haben aber auch schon innerhalb von Stunden konstruktive Lösungsangebote entwickelt, so dass sich Lehrkräfte an verschiedenen Musikschulen wiederum an die Arbeit machen konnten Konzepte und Angebote zu entwickeln. So finden sich z.B. sowohl in NRW als auch in Schleswig-Holstein schon eine Anzahl an Musikschulen, die offiziell Gesangs- und Instrumentalunterricht per Videochat für ihre Schüler*innen anbieten.

„Bislang bin ich gegen die Digitalisierung des Musikunterrichts gewesen, so wie ich eigentlich immer gegen alles Neue in der Klassik bin. Aber nach dem ersten Tag Online-Unterricht bin ich glücklich“ (Professor Peter Kreutz)

Beiträge zu aktiven Musikschulen: Klicke auf eines der Bilder, um sie groß zu sehen.

#1 Für alle ist diese Situation plötzlich eingetreten und auch unsere Schüler*innen („Digital Natives“) müssen sich erst neue Verfahren, Regeln und Techniken aneignen. Die Verwendung der digitalen Technik muss von allen erst eingeübt werden.

#2 Häufig ist es nicht so, dass Schüler*innen nun allein und einsam Zuhause sitzen und nicht wissen, was sie tun können. Viele erhalten aktuell von Seiten der allgemeinbildenden Schule breitgeschnürte Aufgabenpakete zugesandt. Auch an die Schüler*innen werden nun hohe Erwartungen gesetzt.

#3 Wie die Umsetzung eines digitalen Unterrichts aussehen kann, muss abhängig sein von den Kompetenzen der Schüler*innen, den verwendeten Technologien (damit sind sowohl digitale Technologien wie auch „analoge“ Musikinstrumente gemeint), den Kompetenzen der Lehrkraft und weiteren Faktoren. Pädagogik beschreibt ein komplexes soziales Beziehungsgefüge. Daher sind die folgenden Ausführungen und Hinweise als Anregung zur individuellen Aneignung zu verstehen.

Corona-Pandemie (COVID-19) ist schlimm. Aber es setzt auch viele einfach unter Druck nun online unterrichten und lernen/musizieren zu müssen…

Kontaktverbot, Ausgangssperre, eingeschränkte Bewegungesfreiheit… und nicht zuletzt Schulschließungen – der Alltag ist aktuell durch viele Entbehrungen gekennzeichnet. Liebgewonnene und leistungsfähige Routinen sind auf einen Schlag obsolet geworden.

  • Lehrkräfte stehen unter Erwartungsdruck von Musikschulleiter*innen, Eltern, Politik, Schüler*innen sich in einzuarbeiten.
  • Schüler*innen stehen unter Erwartungsdruck von Lehrkräften und Eltern sich mit Onlineangeboten zu beschäftigen.
  • Eltern stehen unter Erwartungsdruck ihren Kindern ein möglichst leistungsfähiges Setup zur Verfügung zu stellen, damit diese an den Lehr-Lernangeboten teilhaben können.
  • Musikschulleiter*innen stehen unter dem Erwartungsdruck möglichst sofort für alle Fälle und Bedürfnisse passende Hilfestellungen und Regelungen bereitzustellen.

Anzunehmen ist, dass die viele Bildschirmarbeit, die hohe Konzentration, die aufwendet werden muss, um die Interaktion herzustellen, müde macht.

– Kurz: Die Lage ist angespannt. Zu erwarten ist, dass der Druck auf alle Beteiligten sogar noch steigen wird, da auch neue Erwartungen hinzukommen. Wie geht ihr damit um?

 

Geteiltes Wissen: „Wer hat eigentlich schon Erfahrung mit Vokal- oder Instrumentalunterricht via Skype und Co?“

Zunächst werden in diesem Beitrag Antworten auf meinen Aufruf an Lehrkräfte in leicht ergänzter Form dargestellt. Damit sollen unterschiedliche Ansätze von Lehrkräften zu unterschiedlichen Instrumenten abgebildet werden. Weiter unten im Beitrag sind nach und nach Zusammenfassungen, Videos und weiterführende Links zu finden.

Außerdem besteht der Wunsch und die Hoffnung, dass im Kommentarbereich auch von den Leser*innen dieses Beitrags Fragen sowie eigene Erfahrungen und Links beigetragen werden. Nicht zuletzt wäre es schön, wenn dieser Beitrag möglichst hohe Verbreitung findet, um das Thema immer weiter auszudifferenzieren. // Vielen Dank für eure Unterstützung (in Form von Teilgabe, Feedback, Fragen und Weitersagen)!

  • Nochmal: Dieser Beitrag ist im Werden und wird in den nächsten Stunden und Tagen sprachlich geglättet und inhaltlich stetig erweitert. Mit dem Beitrag soll aber vor allem JETZT eine erste Hilfestellung geboten werden. Macht mit!

 

DSGVO & Datenschutz

Wo liegt das datenschutzrechtliche Problem bei der Verwendung von Messengern (FaceTime, WhatsApp etc.) sowie Konferenztools (Konferenztools wie Skype & Zoom)?

Natürlich ist das Thema komplex. An dieser Stelle können nur Hinweise zusammengeführt werden, keine Rechtsberatung gegeben werden. Es gilt nach bestem Gewissen abzuwägen.

#1 DSGVO – Weitergabe von personenbezogenen Daten

Messengern (FaceTime, WhatsApp, Facebook Messenger etc.)

„Private Messaging-Dienste funktionieren in aller Regel nur dann, wenn Nutzer Ihre Adressbuchdaten dem jeweiligen Dienst zur Verfügung stellen. Denn nur auf diese Weise können Nutzer herausfinden, ob Sie über den gleichen Dienst kommunizieren können. Datenschutzrechtlich gesprochen werden durch den Upload der gesamten Adressbücher personenbezogene Daten durch einen Dritten (Messaging-Anbieter) „verarbeitet“. Eine solche Verarbeitung ist nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO nur dann zulässig, wenn es hierfür eine Rechtfertigung gibt (sog. Präventives Verbot mit Erlaubnisvorbehalt). So kann die Datenverarbeitung beispielsweise zur Erfüllung eines Vertrags erforderlich sein oder aber aufgrund einer Einwilligung erfolgen. Da die Mitglieder eines Adressbuchs nicht regelmäßig zu dem Upload Ihrer Daten befragt wurden und eine Vertragserfüllung ebenfalls nicht besteht, ist die Übertragung dieser Daten an den Messaging-Anbieter in aller Regel unzulässig. Was im privaten Bereich weniger heikel ist (hier gilt das Datenschutzrecht wegen Art. 2 Abs. 2 lit. c DSGVO nicht), kann für Unternehmen (wie Musikschulen, Selbstständige) durchaus ein Problem darstellen. Denn die Einholung von Einwilligungen ist gerade bei geschäftlichen Adressbüchern aufgrund der Vielzahl von Kontakten kaum realisierbar.“ Q

–> Diese Messenger sind besonders deshalb problematisch, da sie Zugriff auf das Adressbuch einfordern und die Kontaktdaten aller Kontakte auslesen.

–> Man könnte auf Tablets das Adressbuch löschen (weil man es ja darauf vielleicht nicht so benötigt wie auf dem privaten Smartphone) und damit die Kontaktweitergabe begrenzen auf die „geschäftlichen Kontakte“, die man alle über dieses Vorgehen informiert.

–> WhatsApp-Alternativen: Messenger im Überblick (Danke an Thomas Hanz für den Tipp!)

Messenger mit End-zu-End-Verschlüsselung (Threema etc.)

Messenger wie Threema fordern keinen Zugriff auf das Adressbuch des Mobilgerätes ein. Jedoch bieten diese Dienste keine brauchbare Funktionalität für Videochats an.

–> Leider bieten Messenger die DSGVO-konform sind keine Funktionalität für Audio- und Videochats an.

Zoom (mehr zu Video-Chat-Anbietern siehe weiter unten)

Auch einige Messenger/Konferenztools wie Zoom fordern keinen Zugriff auf das Adressbuch des Mobilgerätes ein. Sie funktionieren per Einladungslink, der per Mail oder WhatsApp etc. versendet wird. Dafür ist kein Zugriff auf sämtliche Kontakte des Gerätes notwendig.

–> Die Verwendung von Diensten, die keinen Zugriff auf personenbezogenen Daten (Kontaktdaten) automatisch einfordern, scheinen keine datenschutzrechliches Probleme zu schaffen.

–> UPDATE: Hilfe…ist „Zoom“ etwa eine Datenschleuder? (siehe auch: Zoom übermittelt personenbezogene Daten an Drittanbieter)

#2 Übertragung von Bilddaten/Videodaten

In Posts auf Facebook habe ich mehrfach Bedenken gelesen, ob es problematisch sei, wenn im Bild des Videochats die Einrichtung des ganzen Wohnzimmers zu sehen sind.

Hier sehe ich (als an rechtlichen Fragen seit Jahren Interessierter) keine größeren Probleme, da die Betreffenden darauf hingewiesen werden können (und dann die Kamera schwenken oder auch die Videoübertragung ablehnen können). 1) Das Problem der Datenvorhaltung ist hierbei geringer, da m. E. unmöglich alle Video und Bilddaten der Weltkommunikation gespeichert und analysiert werden können. 2) Es gilt das Recht am eigenen Bild und eure Schüler*innen können zwecks der Teilnahme am Videochat ihrerseits darauf verzichten. Dieser Verzicht gilt dann aber nicht der Pädagogin oder dem Pädagogen, sondern gegenüber dem Videochat-Dienst.

–> Die Schüler*innen bzw. die Eltern müssen entscheiden. Die Poblematik kann als gering eingeschätzt werden.

Lohnenswert sind auch die in diesem Video von Philippe Wampfler vermittelten Regeln:

#3 Weiterführende Informationen

Gibt es weitere konstruktive Hinweise zum Thema? – gern in den Kommentaren (unten)

 

Aus der Praxis

Walter Grund (Gitarrenlehrer, bei Tübingen)

Lieber Matthias,

ich unterrichte seit einigen Jahren regelmäßig über Skype. Ich schätze aber, das wird sich in der nächsten Zeit deutlich intensivieren. Ich habe zunächst nur die Möglichkeit zum Online-Unterricht über Skype angeboten, da es sonst einen Flickenteppich an unterschiedlichen Plattformen gibt und für mich nicht mehr nachzuvollziehen ist, wer was benutzt. Da müssen sich meine Schüler*innen nach mir richten.

1) Vorbereitung

Zunächst hole ich die Einverständniserklärung der Eltern ein. In meiner ersten Mail habe ich auch gleich eine Anleitung geschickt, wie ich auf Skype zu finden bin. Ein Skype-Account und die Kontaktherstellung sollte im Vorfeld durch die Eltern eingerichtet werden. Ich habe mir einen eindeutiges Profilbild als Icon in meinem Skype Profil zugelegt, damit es keine Verwechslungen beim Finden meines Accounts gibt.

2) Technik:

Ich verwende am Liebsten Skype, weil man das auf einem Tablet (iPad) laufen lassen kann. Folgende Vorteile sehe ich:

  1. Der Klang ist besser als z.B. bei WhatsApp auf dem Handy. Da hat man kleinere Lautsprecher und das übertragene Klangsignal wird stark komprimiert. Eine Gitarre klingt damit schon mal sehr schepprig. (Andererseits ist WA erstmal hilfreich, um überhaupt in Kontakt zu kommen und über das weitere Vorgehen und die Konfiguration zu beraten.)
  2. Die Schülerin oder der Schüler und ich sehen uns aufgrund des größeren Bildschirmes besser als auf dem Smartphone-Display.
  3. WA Datenschutz-Problematik. Ob das bei Skype anders ist?
  4. Mit Skype kann man auch Gruppenunterricht durchführen. Mehr als zwei Schüler*innen habe ich es noch nicht gleichzeitig versucht. Kann mir aber vorstellen, dass wir dann mehr diskutieren als musizieren.

Ich kann auch empfehlen das Tablet an eine Lautsprecherbox per Kabel und ggf. Adapter anzuschließen, das ist bei viel Skypen entspannter für die Ohren. Schüler*innen sollten entweder Kopfhörer an das Mobilgerät anschließen oder ebenfalls einen Lautsprecher verwenden.

3) Die Resonanz der Eltern

Die Resonanz der Eltern war bei den bisher 70 Schüler*innen zu 100% positiv!!! Die Alternative wird sicherlich in Kürze heißen: Kein Unterricht. Außerdem haben die Kids ja nun mehr Zeit zum Üben. 😉

Einige Eltern musste ich vor unserer Skype-Sitzung nochmal an den Termin erinnern. Ein Vorlauf von 3 Tagen hat sich da als hilfreich erwiesen.

4) Kameratechnik

a) Lehrer*innenseite

Mit der Aufstellung der Kamera muss man erstmal etwas rumprobieren. Ich habe mir da ein Stativ zugelegt. Dann fällt nix um und ich bin flexibler in der Ausrichtung.

Ich habe das Gefühl, dass durch geschicktes Platzieren das Instrument (Gitarre) mal vor der rechten, mal vor der linken Seite, sich Techniken und Spielweisen sehr genau und detailliert zeigen lassen. Das funktioniert manchmal sogar besser als „in echt“, da die*der Schüler*in ja im normalen Unterricht z.B. nicht die Anschlagshand aus der Bodenperspektive einnimmt.

Bei Klavier/Keyboard kann es sinnvoll sein, die Kamera direkt auf die Klaviatur zu drehen. Da kann man u.U. eben nur eine Hand zeigen, da die andere das Handy/Tablet hält. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen der typischen silbernen Klappnotenständer als Kameraablage zu verwenden, allerdings in ANDERER Richtung! Man legt das Tablet/Handy mit der Kamera weggedreht so auf den Ständer, dass sie schräg nach unten zeigt. Durch die gekippte Stellung der Notenständer-Ablage kann das Gerät nicht herunterfallen. Das eigentliche Display ist dann zwar teilweise verdeckt, aber das sieht die*der Schüler*in ja nicht, weil die Kamera unverdeckt bleibt. Durch Höhenverstellung des Ständers kann man recht gut die Hände ins Blickfeld bringen. Das braucht ein wenig Übung, aber es funktioniert!

b) Schüler*innenseite

Evtl. muss man bei Gegenlicht die Platzierung des Gerätes der Schülerin oder des Schülers korrigieren, wenn die Kamera nur eine helle Lampe oder ein Fenster mit Sonnenlicht im Hintergrund zeigt. Dann sieht man entweder einen „Heiligenschein“ oder nur die dunkle Silhouette der Schülerin oder des Schülers. Das spricht man kurz an und dann ist das schnell korrigiert und in der Regel auch nur bei den allerersten Sessions ein Thema. Die Kids achten dann selbst darauf.

5) In Blickkontakt treten

Es ist auch sinnvoll, zu Beginn die Schülerin/den Schüler im Vollbild zu begrüßen. Danach kann man jedoch die Kamera gezielt auf die Hände richten. Hierbei muss man verbal helfen, aber 10jährige können das! Außerdem denke ich, dass die Schülerin/der Schüler nicht unbedingt das Gesicht des Lehrenden immer als Vollbild sehen will, außer man hat Model-Qualitäten ;-). Ich achte schon darauf, wie ich selbst aussehe im Bild. Gerade dann, wenn die Kamera von unten auf mich gerichtet ist, kann es manchmal unvorteilhaft aussehen.

6) Herausforderungen

Unmöglich ist das gemeinsame interaktive Musizieren, da es durch die Übertragung 0,5 bis 1 Sekunde Latenzen gibt. Das fällt ja beim Sprechen noch nicht so auf. Trotzdem lassen sich Wege finden, z.B. scheint es möglich, einen langsamen Walking Bass der Schülerin oder des Schülers mit Gitarre zu Begleiten. Da habe ich entsprechend mit möglichst wenig Rhythmik auf meiner Seite gearbeitet.

Das Arbeiten mit Playalongs (automatischen Begleitungen/Aufnahmen), die auf Seiten der Schülerin/des Schülers abgespielt werden und zu denen dann die Schülerin/der Schüler  musiziert, ist eher unbrauchbar. Durch die Rauschunterdrückung der Übertragungssoftware werden Hintergrundmusik immer (stückweise) ausgeblendet auf der Lehrerseite.

Andererseits können Hintergrundgeräusche aber sehr nervig werden für den Lehrenden, wenn z.B. beim Schüler jemand im selben Raum den Abwasch o. Ä. verrichtet. Da darf man dann auch mal drauf hinweisen und für die 30min. freundlich um Ruhe bitten. In der Regel beachten das die Eltern aber im Vorfeld und richten der Schülerin oder dem Schüler das Mobilgerät auf dem Skype läuft im eigenen Zimmer oder an einem ungestörten Ort ein.

Es macht für mich als Lehrkraft auch das Unterrichten leichter, wenn ich neben dem Tablet oder Smartphone noch ein zweites Gerät wie einen Laptop oder ein Tablet habe. Z.B. lasse ich, wenn gerade die Schüler*innenliteratur nicht parat habe, die Schülerin oder den Schüler die Kamera auf die Noten richten, dann mache ich ein Bildschirmfoto. Dieses Foto bzw. meine Noten lade ich parallel auf meinen Laptop, der bei mir im Hintergrund steht. So bin ich flexibel. Außerdem verwende ich das zweiter Gerät um etwa die Verwendung von Musikapps zu demonstrieren oder um auf einfache Weise YouTube-Tipps zu geben.

7) Methoden

Methodisch habe ich meinen Online-Unterricht an die technischen Bedingungen angepasst. Wir spielen abwechselnd durch Vorspielen-Nachspielen. Teilweise ist es auch hilfreich, der Schülerin oder dem Schüler im Vorfeld Noten zukommen zu lassen und Literatur auszuwählen, die keiner Begleitung bedarf.

8) Unterrichtsorganisation

In der nächsten Zeit lasse ich meinen bisherigen Stundenplan der Musikschulplanung bestehen. Ich skype meine Schüler*innen aufgrund dieses Stundenplanes an, nicht anders herum, sonst gibt es nur Stress und Chaos.

9) Vorteile

Die Schüler*innen, die eh den ganzen Tag am Tablet hängen, lernen, wie man die Kommunikationstechnologien und das Internet tatsächlich sinnvoll einsetzen kann. Manchmal erzähle ich auch kurz, wie ich in meiner Kindheit ein Instrument gelernt habe. Es war früher nicht „alles besser“, vieles was heute möglich ist, war damals nicht umsetzbar. Video-Konferenzen gab es nur bei Vaters Firma auf teuren IBM/HP Konferenz-Computern. Auch die Telefonrechnungen wurden schnell teuer.

Interessant finde ich, dass man als Lehrkraft Einblick in die Übesituation der Schüler*innen zuhause bekommt. Manchmal ist es ein fehlender Notenständer, oder eine ungünstige Sitzposition, die ich im Unterricht nie zu Gesicht bekomme.

10) Fazit

Meine Schüler*innen kommen mit der gleichen Begeisterung in den Online-Unterricht, wie sonst in den „normalen“. Bei Teenagern kann es schon mal vorkommen, dass sie nicht so ganz begeistert sind, weil die Mutter im Hintergrund zuhört.

Natürlich möchte aber auch den Unterricht „in echt“ nicht missen. Gerade, wenn Schüler*innen ganz neu beginnen, ist der persönliche Kontakt sehr wichtig, ganz besonders bei Kindern.

 

Ergebnisse des MoMu.SH-Online-Meetings am 15.3.

Beim monatlichen Austauschtreffen von Musikschullehrkräften des Projektes „MoMu.SH – Mobiler Musikschulunterricht in Schleswig-Holstein“ per Zoom haben wir einfach mal in der Runde unsere Erfahrungen zum Instrumentalunterricht per Videochat gesammelt:

  • Unterricht per Skype ist erstmal gewöhnungsbedürftig, weil es deutlich anders ist als ein Unterricht unter Anwesenden
  • viele Details fallen hinten unter, die Körpersprache ist schwer zu vermitteln/zu lesen, da immer in der Regel nur der halbe Mensch im Bild ist
  • aber ein paar grundsätzliche Sachen klappen
  • die Verzögerung führt leicht dazu, dass man einander ins Wort fällt
  • man kann technisch bedingt nicht gemeinsam interaktiv musizieren (das hängt mit der Übertragung via Internet zusammen)
  • Was kann man gut vermitteln?
    • Griffe, technische Sachen kann man ganz gut zeigen
    • die*der Schüler*in spielt etwas vor und daraufhin kann die Lehrkraft Feedback geben
      • endlich mal viel zuhören (und nicht immer dazwischen funken)
      • die Frage ist, ob musikalische klangliche Details zur Bewertung gut übertragen werden
  • Ein besonderes Highlight könnte sein, die Screensharing-Funktionen zu nutzen (meinte unser Gast Rob Maas)
    • man kann gut Software erklären
    • es gibt auch PlugIns (Erweiterungen) um YouTube-Videos gemeinsam zu schauen (so genannte „Watch Party“-Funktion), um dann über die Musik oder die Realisierung zu sprechen
      • auch Tutorialvideos könnte man besprechen
    • interessant ist auch die in die Zoom-App eingebaute Funktion „Whiteboard“ auszuprobieren. Damit kann man malen, gemeinsam schreiben etc. Das schafft manchmal auch eine gewisse Nähe.
  • gemeinsam Instrument stimmen
    • besonders für Streicher ist es gut, den Schüler*innen beim Stimmen des Instruments zu unterstützen
    • sinnvoll ist es dann mehre Geräte zu haben. Auf dem einen läuft dann die Stimmgerät-App
    • Aussagen zur Stimmung über die Videoverbindung können wohl kaum getroffen werden, aber bei der Verwendung einer Stimm-App kann man gut helfen.
  • Methoden
    • Call and Response – also Vor- und Nachspielen – geht ganz gut. Leider aber nicht direkt im Tempo. Wir haben das bei unserem Zoom-Gespräch gleich direkt ausprobiert. Das Ergebnis war fatal.
  • Motivation? Üben die Schüler*innen nun mehr, um bei der Skypesitzung auch etwas vortragen zu können? – Wir werden sehen 😉

Info: Das MoMu.SH Online-Meeting – immer am 15. des Monats – soll für Lehrkräfte in Schleswig-Holstein einen offenen und regelmäßigen Austausch zum Thema ‚digitale Technologien im Musikschulunterricht‘ bieten. Wer Lust und Zeit hat, Fragen hat, wer Antworten und Inspiration zum Thema Musikapps und Co. sucht oder zum MoMu.SH-Projekt auf dem Laufenden gehalten werden will, ist herzlich eingeladen. –> https://musikschulen-sh.de/momush/

Viele Musikschulen aus Schleswig-Holstein konnten als erste mit Online-Angeboten aufwarten:

Oldesloer Musikschule für Stadt und Land e.V. in Schleswig-Holstein: Ab dem 23.03.2020 gibt es daher offiziell das Zusatzangebot des Online-Unterrichts über verschiedene Apps. Das Stormarner Tageblatt schrieb am 21.03.2020 bereits über das neue Angebot. (Klicke auf’s Bild um es groß zu sehen)

 

Thomas Klecha-Faure (Schlagzeug-Lehrer, Duisburg)

Lieber Matthias,

Unterrichtserfahrungen habe ich bisher mit Skype/Whatsapp und Zoom gesammelt. Es ist bei mir (Schlagzeug/Music Production/Theorie) kein klassischer Unterricht.

Ich habe festgestellt, dass viele ein Handy oder Tablet benutzen, das auf einem Notenständer gelegt, meist nur ein sehr beschränktes Sichtfeld bietet. Gerade bei großen Instrumenten wie Schlagzeug ist das nicht ideal. Eine Stativ, um das Tablet oder Handy, zu befestigen haben die Schüler*innen nicht.

Folgende drei Vorgehensweisen haben sich bewährt:

1) Aufgabestellung

Die Schüler*innen sollen sich aufnehmen und mir das Video per Messenger zur Verfügung stellen / Song als Aufnahme schicken / oder auch Fragen zum Vorgehen schreiben.

2) Videokonferenz (u.U. am Instrument)

In den gemeinsamen Videositzungen sprechen wir viele Dinge durch. Nach Möglichkeit machen wir auch immer was am Instrument live. Das ist beim Schlagzeug oft auf die Snare oder einen bestimmten Schlagzeugbereich reduziert.

3) Nachbereitung/Vorbereitung

Ich suche individuell für meine Schüler*innen Videos zum Nacharbeiten von technischen Dingen und zum Nachspielen raus.

 

Jan Türk (Schlagzeuglehrer, Berlin)

Hey Matthias,

Ich unterrichte ab morgen von Zuhause aus online über Skype und WhatsApp…

Klicke auf’s Bild um es zu vergrößern.

Kommentar: Die Variante mit dem im Schrank platzierten Laptop könnte gut für einen Onlineunterricht sein. Der Bildschirm ist recht groß und die Kamera, die von schräg oben filmt, gibt eine Orientierung über das gesamte Drumset. Details der Stockhaltung und des Pedalspiels sind jedoch auf diese Weise vielleicht schwer zu vermitteln.

Lieber Matthias,

Fazit nach dem ersten Tag des Online-Unterrichts:

Dem heutigen Unterricht war für mich als Schlagzeuglehrer so Einiges vorausgegangen. Ich habe das Glück, einen Raum Zuhause exklusiv als Studio für die Online-Lessons zur Verfügung zu haben. Für den Unterricht hatte ich über das Wochenende ein Setup aufgebaut, bestehend aus:

  • Schlagzeugpodest zur Verminderung von Trittschall über den Boden (Drum Noise Elimination Podium, bestehend aus MDF-Platten auf Entkopplungsresonatoren 2 x 2 m, erhältlich bei Thomann)
  • elektronisches Drumset (Roland TD 8-KV mit Meshheads, d.h. Gewebefellen) inklusive 2Box Modul (Drumit Five) sowie 2Box Snarepad und Roland SPD-SX als Erweiterung
  • diverse Hardware (Pedale u.a. 2 x Roland KT-10 Kick Trigger, Hihatständer, E-Drum-Rack, Snareständer etc.)
  • Low Volume Cymbals von Zildjian (leise, echte Akustik-Becken)
  • zur Kommunikation: Skype-Setup mit Apple MacBook Pro, wobei der Zoom Q2N HD-Recorder im Webcam-Modus verwendet wird (erkennt Skype automatisch, Plug & Play) – hierbei wird der E-Drum-Sound sowie das Lehrermikrofon in ein Mischpult gesendet und von dort über den externen Klinken-Eingang in den Zoom-Rekorder eingespeist, Headset mit Mikrofon
  • zur Ausleuchtung des Raumes verwende ich neben einigen normalen Lampen ein LED-Panel, welches direkt vor dem E-Drum platziert ist. Dadurch kann eine angenehme Lichtsituation (auch in unterschiedlichen Helligkeitsabstufungen je nach Tageslicht) erzeugt werden

Zur Unterrichtsdurchführung kann ich sagen, dass es gut geklappt hat und auch von Schüler*innenseite durchweg positives Feedback kam. Das einzig wirkliche Manko ist die Latenz, was ein zeitgleiches Spielen von Playalongs oder Duetten unmöglich macht. Dies ist klargeworden, nachdem ich beim ersten Schüler versucht habe, eine Übung gemeinsam zu spielen nach einem Einzähler. Durch die Latenz hörte die Schülerin/der Schüler diesen erst etwas später. Hier müssen noch Lösungen gefunden werden – es scheint jedoch ein generelles Problem zu sein, da ich heute einige Posts dazu gelesen habe. Es empfiehlt sich auch, einen Notenständer zur Kamera gerichtet zu platzieren, auf dem Noten oder auch Flashcards abgelegt werden und vom Schüler gut gesehen werden können. Das Material kann entweder im Vorfeld über Evernote (Notizbuch mit Freigabe) zugesendet werden oder nachträglich. Auch die im Unterricht verwendeten Lehrbücher können gut verwendet werden – der Schüler sieht genau, um welche Übung es geht.

Zuletzt möchte ich sagen, dass eine große Flexibilität von Nöten ist. Denn die Ausstattung der Schüler Zuhause geht vom Kochtopf und Kochlöffel bis hin zu top ausgestatteten High-Class-E-Drums. Hier gilt – der Unterricht muss den Voraussetzungen individuell und ideenreich angepasst werden. Die Schüler*innen müssen natürlich von Lehrenden und gegebenfalls den Eltern unterstützt werden in der Ausrichtung des Handys, Tablets oder Laptops. Auch Lichtverhältnisse konnte ich heute verbessern, indem ich die Schüler*innen gebeten habe , Gegenlicht zu vermeiden und von der anderen Seite – nicht auf die Fenster hin – zu filmen.

 

Michael Hasenfratz (Gesang, Berlin)

Hej Matthias,

ich unterrichte schon seit einiger Zeit Stimmbildung über Skype. Meine Erfahrung ist eigentlich ganz gut. Es stört mich nur, das ich nicht gleichzeitig Klavier spielen und meine Schülerin oder meinen Schüler hören kann. Weil das über Skype nicht funktioniert. Aber wenn man den Ton anspielt und über das Haltepedal hält, klappt es.

Anstatt zu begleiten bei Liedern nutzen wir Instrumentals. Das funktioniert gut. Ich mach auch viel über visuelle Kontrolle. Bei Stimmbildung funktioniert das gut.

Auch habe ich immer ein paar Übungen, die man mit wenig Aufwand gut über Skype üben kann. Meine typischen Skype Übungen sind vor allem muskuläre Übungen wie Gaumensegel heben, Artikulation, Rippenstütze und dann mach ich auch immer einen Teil Stimmphysiologie.

 

Elisabeth Schuber (Gesang, Berlin)

hey matthias!

unterricht war gut! ein paar mal abgehackter sound, aber das war glaube ich eine übersteuerung. die einstellung „original sound“ bei zoom ist aber sehr gut. man hört relativ viele nuancen, obertöne, ob hauchig oder nicht, metallisch oder nicht etc. …. natürlich ist es nicht ganz so zuverlässig wie gleichzeitig im raum zu sein, und ich musste mich auch erst ein bisschen reinhören. aber im großen ganzen klappt es super.

guckst du hier: kollege Jim Daus Hjernøe aus dänemark erklärt ganz gut, wie man es bei zoom einstellt und was die vorteile sind mit dem original sound.

also eine einstellung, die eben nicht den klang für eine konversation optimiert und „ebnet“, sondern die auch den hintergrund (backing track, begleitung) hörbarer macht und die dynamischen unterschiede zulässt. den gain nicht auf automatisch stellen etc.

ach so, und bei den erweiterten audio-einstellungen in zoom haben wir meiner session gerade auch noch „automatisch“ rausgenommen bei suppress persistent background noise und suppress intermittent background noise. beides auf deaktivieren. das hat auch nochmal was verbessert.

natürlich steht und fällt alles mit einer guten internet-verbindung… so wie alles leben heute und zur zeit even more… witzig war’s auf jeden fall und eine schöne abwechslung von der immerkämmerleinhockerei

NACHTRAG: Lars W. via Facebook-Gruppe „Corona-Krise? Infos von/für professionelle freischaffende Musiker*innen

Weiß hier jemand, ob bei ZOOM die Einstellung „Orginalton einstellen“ nur bei PC’s oder Laptops, also nicht bei Smartphones und Tablets, funktioniert? Die Lautstärke meiner Schüler (Posaune) ist immer nach ein paar Sekunden runtergedrosselt worden.

  • Antwort: „Auf Tablets und Smartphones haben meine Schüler die Einstellung auch nicht gefunden.“

Dann bin ich schon einmal weiter. Gibt es denn Möglichkeiten die Lautstärke so zu Regeln, dass es nicht klingt als würden die Schüler durch eine Tür spielen?

  • Antwort: „Grundsätzlich ist es wichtig, das beide Seiten einen Kopfhörer/Headset benutzen, egal ob Laptop/Smartphone/Tablet. Ansonsten „pumpt“ der Sound zu sehr, da die App dann immer die Talkback-Situation runterregelt.“

Vielen Dank Kristof.

 

***Chorsingen per Videochat?*** Miriam Köpke (Gesang, Gütersloh)

Heute habe ich meinen ersten Online- Gruppenunterricht gemacht. Ich danke den Teilnehmer*innen des Ü-60 Chores, die mutig mitgemacht haben!

Feedback war: “Das tat seelisch gut und hat Spaß gemacht.”
Braucht jemand mehr Gründe, die dafür sprechen??? Ich nicht!

Miriam Köpke Chor via Zoom

Unser Fazit: Ganz anders, aber schön!

– ja, man kann die anderen nicht hören nur sich selbst, da alle Sänger*innen sich stummschalten müssen – sonst funktioniert das mit dem Ton nicht (was aber auch eine tolle Übung ist, mutiger zu werden und sich nicht nur an andere “dran zu hängen”)

– ja, es geht nur im Wechsel zuhören und dann selber singen (auch das ist eine gute Übung, immer wieder genau zuzuhören)

– schön für die Chorleitung: die Sänger*innen quatschen nicht wild durcheinander und müssen sich melden, wenn sie was sagen wollen (dann dürfen sie sich laut schalten)

– was überraschenderweise gut ging: Ich habe Klavier gespielt, dass die Sänger*innen eine Stütze beim selber singen haben – ich habe also vorgesungen, dann einen Einsatz gegeben und dann nur Klavier gespielt (Feedback einer Chorsängerin “Ja, der Klavierklang kam etwas später an, aber dann müssen wir ja einfach nur auch etwas zu spät einsetzen, machen wir sonst doch auch manchmal”)

– alle inklusive mir fanden die kurzen Zwischengespräche zwischen den Übungen und der Literatur sehr schön – die anderen zu sehen und zu hören und auch mal gemeinsam zu lachen

– zwischendurch gab es leider mal Tonstörungen, aber das alt bewährte Prinzip “aus- und wieder anschalten” hat super geholfen (ich habe die Videokonferenz verlassen und bin sofort wieder beigetreten)

– ich als Chorleiterin war positiv überrascht, wie viel Feedback man trotz stummen Sänger*innen geben kann (ja, ich als Moderatorin hätte jeden einzeln laut schalten können, wollte aber, dass jede*r sich traut und hatte heute zugesagt, es bei der ersten Online-Probe nicht zu machen) – man sieht so viel! “Achtet auf den runden o-Mund”, “Lasst bitte die Schultern locker hängen”, “Atmet tief in den Bauch”… Und wo eine kritische Stelle ist, sieht man an der Mimik der Sänger*innen! Heute waren definitiv keine Pokergesichter dabei

– wichtig ist es, bei den Audioeinstellungen “Mikrofonlautstärke automatisch anpassen” zu deaktivieren – es macht echt ein Unterschied, wenn z.B. Dynamik oder ein E-Piano nicht als Hintergrundgeräusch weg gefiltert werden – das sollte man also vorher auch den Teilnehmenden erläutern und einstellen lassen

Mein persönliches Fazit: Eine tolle Alternative zu Ausfall von Unterricht und eine schöne Art, Kontakt zu halten! Ein humorvoller und konstruktiver Umgang hilft bei den Tücken der Technik. Nächstes Mal nutze ich dann Interface und Mikro und es wird bestimmt noch besser.
Ich freue mich schon drauf! – Miriam

 

Kann man mit Zoom auch zusammen wie im Chor singen?

Solche Videos sind beeindrucken: Die Sänger des Neuen Knabenchores Hamburg dürfen zwar nicht proben, aber singen schön!

Leider sind solche Ensemles nicht mit Zoom, Skype und Co umsetzbar. Das hat gar nicht’s damit zutun, wie schnell die Leitung oder der Rechner ist. Mehr zu den Hintergründen, Erfahrungen und interessanten Lösungsansätzen in den Kommentaren (ganz unten).

Solche Videos werden mit anderer Software bzw. mit Apps gemacht und von Teilnehmer*in zu Teilnehmer*in wie stille Post einzeln aufgenommen und schließlich an einem Rechner zu einem Video zusammengefügt.

Eine mögliche App ist die App „Acapella“, die sowohl für Android als auch für iOS verfügbar ist. Das spannende ist, dass die Möglichkeit zur Kollaboration gleich eingebaut ist. Hier findet sich ein gut gemachtes Tutorialvideo dazu: Link

Habt ihr Tipps welche Apps oder Workflows sich noch für solche asynchronen Ensemble-Projekte eignen?

 

Marion Leleu (Bratschenunterricht/Viola Coaching, Berlin)

Seit letzten Montag läuft bei mir alles digital. Hier sind meine Beobachtungen und Gedanken dazu:

1) Technik: Die Klangqualität finde ich bei fast allen Programme problematisch. Ich wechsle zwischen Skype, zoom, Facebook Messenger und WhatsApp. WhatsApp ist für Musik und kontinuierliche Klänge unerträglich.

2) Meine Modifikationen der Technik: Ein wenig Besserung konnte ich erreichen, in dem ich den Ton des Mobilgerätes per Kabel über die Anlage laufen liess. Besser ist der Ton auch vom tablet oder computer, da die Telefone alle viel zu klein sind. Einige Schüler haben Kopfhörer (scheint sehr gut zu sein, dadurch kann mann den unrythmischen Schüler ins Ohr „brüllen“, was manchmal hilft – aber eher selten, da es ja verzögert bei ihm hörbar wird), andere haben ein externes Mikrofon, das auch die Klangqualität etwas bessert.

3) Koordination: Mit jedem Schüler muss ich die Termine so legen, dass deren Internetverbindung frei ist, also der Rest der Familie nicht am Streamen ist.

4) Inhalt: Der digitale Unterricht macht es mir sehr schwer die Schüler*innen in ihrer Körperhaltung zu korrigieren, vielleicht findet sich noch ein besserer Kameraeinsatz. Doch fällt alles weg, was ich sie/ihn durch Berührung hätte spüren lassen können.
Dafür werden andere Parametern sehr klar, wie z.B. Intonation.

5) Lehrende: Nach eine Stunde Skype bin ich fertig und muss kurz die Geräte ausschalten und mich ordentlich bewegen, da ich sonst durch das lange starren auf dem Bildschirme immer mehr verkrampfe.

6) Schüler*innen: Es hat sich aus der Gruppendynamik ein Ritual entwickelt, das wir beibehalten. Wir machen jeden montag um 10h einen Gruppenchat. Da kann jeder erzählen wie es ihm/ihr geht.

7) Beobachtung: Die Mädels kommen mit der Situation besser klar als die Jungs, können sich besser strukturieren. Die Jungs scheinen etwas niedergeschlagen zu sein.

8) Zukunft: Derzeit überlege ich wenn die Stücke bereit sind, auch per Skype einen Vorspiel zu machen. Mal schauen ob es klappt. Außerdem will ich eine App namens Tonara ausprobieren, mit der ich alle Schüler*innen übersichtlich als Profile anlegen und Aufgaben geben kann. Außerdem können sich die Schüler*innen da einloggen und seine übezeit eintragen. Ich werde berichten…

Hier findet sich der YouTube-Channel von Marion Leleu

 

/// Weitere Anregungen zum Thema ///

  • Der Podcast „Motivation Musikpädagogik“ von Kerstin Thielemann & Max Gaertner behandelt täglich verschiedene Fragen zum Thema Corona-Virus und digitale Lehrformen –> Spotify-Link
  • Der Schweizer Deutschlehrer Philippe Wampfler, einer der Vorreiter zum Thema Digitale Bildung, hat in den letzten zwei Tagen eine ganze Videoserie zum DigiFernunterricht veröffentlicht –> Link #empfehlenswert
  • Tools & Materialien für Distance Learning – eine Sammlung der Facebook-Gruppe Lehrer/innen Östereich –> Link
  • Literaturempfehlung zu einem verwandten Thema: Arnold/Zech (2019): Kleine Didaktik des Erklärvideos: Erklärvideos für und mit Lerngruppen erstellen und nutzen. Braunschweig: Westermann.
  • Musikunterricht online gestalten (padlet) eine kollaborative Sammlung –> Link
  • Eine kompakte Übersicht zur Methodik beim Onlineunterrichten:

Klicke auf’s Bild um die gesamte Schautafel mit Tipps zum Digitalen Lernen und Online-Unterricht zu sehen…

Technische Ausstattung für den Instrumentalunterricht per Videochat

Für den Anfang sollte ein Smartphone/Tablet ausreichen. Auch Laptops sind dafür brauchbar und bieten einen großen Bildschirm. (Leider wurden in einige Laptops besonders schlechte Mikrophone und Kamera verbaut.)

Insgesamt reichen Alltagstechnologien die Jede und Jeder Zuhause hat aus. Die Schüler*innen können sich die Geräte der Eltern und älteren Geschwister leihen. Die Frage ist vielmehr, damit geeignete Nutzungsweisen zu entwickeln. Dafür sollte man sich Zeit lassen und sich und die anderen nicht unter Druck setzen. Es sollten sich nach und nach Minimal-Lösungen finden lassen, die dann auch noch erweitert werden können. Übung macht den Meister!

Zur Professionalisierung für diesen Bereich kann es sinnvoll sein in Zukunft (nach einigen Erfahrungen) wohl auch weitere Hardware und Software anzuschaffen, um differenziertere Kameraeinstellungen und in der Aufnahmequalität höherwertige Mitschnitte übertragen zu können. >> Dazu in den nächsten Tagen mehr.

Neuanschaffung eines Tablets: Empfohlen wird ein iPad zu kaufen. Auch gebraucht. Es gibt für Musiker*innen einfach deutlich mehr Apps für dieses System.

Software & Apps (Multi-Video-Chat)

  • Skype (Smartphone/Tablet und Laptop) –> iOS / Android / Windows / MacOS
    • In den Darstellungen von instrumentalpädagogischen Praxiserfahrungen finden sich oben im Text und in den Kommentaren unten zahlreiche Erfahrungsberichte.
  • Zoom (Smartphone/Tablet und Laptop) –> iOS / Android / Windows / MacOS
    • kostenlos (40 Minuten, darüber hinaus Pro-Account für den Host notwendig)
    • In den Darstellungen von instrumentalpädagogischen Praxiserfahrungen finden sich oben im Text und in den Kommentaren unten zahlreiche Erfahrungsberichte.
      • hervorzuheben ist die Funktion „original sound“ bei Zoom (siehe weiter oben der Tipp von Elisabeth)
    • Tipp: Anleitung für den Unterricht per Zoom-Videochat
  • Jitsi Meet (Smartphone/Tablet und Browser) –> https://hackmd.io/@phwampfler/jitsi / Kurzanleitung
    • kostenlos
    • auch ohne App/Sortware gleich direkt im Chrome-Browser verwendbar
  • jami (Smartphone/Tablet und Laptop) –> iOS / Android / Windows / MacOS
    • kostenlos und DSGVO-konform
    • Die gesamte Kommunikation ist Peer-to-Peer und Ende zu Ende verschlüsselt.
    • Bei der Erstellung eines Kontos müssen keine persönlichen Informationen angegeben werden.
    • Jami is a GNU project backed by the Free Software Foundation and distributed under a GPLv3 license.
    • Wer hat damit schon Erfahrungen gesammelt?
  • whereby (Smartphone/Tablet und Laptop) –> iOS / Android / Windows / MacOS
    • Wer hat damit schon Erfahrungen gesammelt?
    • soll auch browserbasiert funktionieren
  • BlueJeans –> Link
    • BlueJeans ist ein Pionier bei browser-basierten Videokonferenzen
    • Calls verschlüsselbar: Das Stichwort ist web-rtc dieser Standard wird von aktuellen Browsern beherrscht. Bei diesem Service wird der Server nur zum Verbindungsaufbau verwendet. Die Audio und Videodaten werden Peer-to-peer direkt ausgetauscht. Bluejeans verwendet diesen Standard verlangt aber eine Gebühr.
  • wire –> Link (empfohlen von Günter Steppich)
    • kostenlose wie einfache, sichere und legale Kommunikation (DSGVO)
    • Läuft auf allen Geräten, auch im Browser, so dass auch Kinder ohne Smartphone auf dem Familien-PC darauf zugreifen können.
  • eyeson –> Link
    • Instant Meetings with a Single Click / Quick Join Link
    • Video Meeting Recordings
    • Screen Sharing
  • GoToMeeting –> Link
    • Supports Windows, Mac, OS, iOS, and Android
    • Screen sharing
    • Recordings
    • Easy way to invite guests

–> Große tabellarische Übersichten zu vielen, vielen Videokonferenz-Anbietern: Link und Link

  • Sowie Messenger wie WhatsApps, Facebook Messenger, FaceTime etc.
    • kostenlos und weit verbreitet
    • problematisch in Bezug auf DSGVO (siehe oben)

Hardware

Da man die Hände als Lehrkraft viel am Instrument benötigt, wünscht man sie sich frei. Da können leichte Stative das Halten des Smartphones übernehmen.

Solch ein Stativ hat flexible Beine und kann an unterschiedliche Untergründe angepasst werden.

Besonders wenn im Stehen unterrichtet wird, kann ein Standstativ eine gute Option sein.

Was meint Ihr?

Liebe Vokal- und Instrumentallehrkräfte,

Ausdrücklicher Wunsch und Hoffnung ist es, dass im Kommentarbereich auch von den Leser*innen dieses Beitrags Fragen sowie eigene Erfahrungen und Links beigetragen werden.

Außerdem könnt Ihr das Vorhaben – Erfahrungen zum Thema Vokal- und Instrumentalunterricht mit Skype und Co. zusammenzubringen – auch unterstützen, indem ihr diesen Beitrag teil und weiterempfehlt, damit er eine möglichst hohe Verbreitung findet, um das Thema durch neue Anregungen immer weiter auszudifferenzieren. // Vielen Dank für Eure Unterstützung (in Form von Teilgabe, Feedback, Fragen und Weitersagen)!

  • Dieser Beitrag ist im Entstehen und wird in den nächsten Stunden und Tagen sprachlich geglättet und inhaltlich stetig erweitert. Mit dem Beitrag soll aber vor allem JETZT eine erste Hilfestellung geboten werden.

ist wissenschaftlich als Leiter der Forschungsstelle Appmusik an der Universität der Künste Berlin tätig. Er beschäftigt sich im Rahmen seiner Promotion mit der Aneignung digitaler Musikinstrumente (insb. Musikapps). Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen: Digitale Medien in Lehre und Forschung, Kommunikation im Social Web, Netzkunst, Appmusik, Grundlagenforschung zum Musizieren mit digitalen Musiktechnologien.

Als Lehrbeauftragter ist der Diplom-Musik- und Medienpädagoge an mehreren deutschen Musikhochschulen sowie als Dozent für Weiter- und Fortbildungen und auch bei den Appmusik-Workshops bei app2music aktiv. Zudem ist Matthias Krebs Musiker im professionellen Tablet-Orchester DigiEnsemble Berlin.


48 Antworten zu “Gesangs- und Instrumentalunterricht über Skype und Co”

  1. Winfried Meyer sagt:

    Wunderbar. Herzlichen Dank für diese Initiative. Aufgrund der aktuellen Lage bin ich gerade dabei und darauf angewiesen mir als freiberuflicher Chorleiter mit 8 Chören neue Wege zu überlegen. Bin dankbar für alle Anregungen…viele Grüße aus Dortmund, Winfried Meyer

    • Lieber Winfried,

      ich hoffe, dass dir dieser Blogbeitrag weiterhilft. Das Interesse ist riesig und es melden sich auch viele Kolleg*innen mit interessanten Erfahrungen und Tipps. Ich füge sie immer schnellstmöglich ein. Damit entwickeln wir das Thema ganz schnell gemeinsam weiter.
      Zur Durchführung von Chorproben gab es bisher noch keine Erfahrungen. Teile uns doch gern deine mit. 🙂
      Bis bald und bleib gesund, Matthias

  2. Thomas Hanz sagt:

    Lieber Matthias,
    herzlichen Dank für diese Initiative! Ein paar Gedanken/Erfahrungen:
    -Nach meiner Erfahrung ist der Audiosound bei Zoom der beste.
    -Heute Abend probiere ich mit einer Gruppe von 13 Erwachsenen, ob Gruppenunterricht (Ukulele) möglich ist
    -Es gibt die Plattform doozzoo.com die speziell für Onlineunterricht gebaut ist, Leider nicht kostenlos, aber mit, wie ich finde, fairen Preisen. Viele Features wie gemeinsames Metronom, Stimmgerät, Bildschirmfreigabe, etc. bitte selbst auschecken. Ich starte morgen mit ersten Versuchen und werde berichten.
    -Schon vor Jahren hatte ich Skypeunterricht mit einem Hypersensiblen Schüler, der im Präsenzunterricht nicht klar kam. Er war ca. 13 Jahre, sehr intelligent und konnte sehr viel umsetzen, da seine Eigenverantwortung durch die technischen Einschränkungen viel höher war.

    Bleibt alle gesund,
    Glück auf
    Thomas Hanz

    • Lieber Thomas,

      ich will auch dir für deinen Kommentar danken! So wächst das Wissen zum Thema Instrumentalunterricht per Videochat schnell weiter. Mit Zoom haben wir auch schon viele gute Erfahrungen gemacht und die Einrichtung ist besonders einfach gewesen. Andererseits habe ich auf Facebook bei einem Post gelesen, dass ein Kollege bei 8 Schüler*innen 8 verschiedene Probleme hatte. Aber er hat nicht davon gesprochen, dass sie nicht gelöst werden konnten. 🙂 #hoffnung
      Ich bin ganz zuversichtlich, dass auch unsere Schüler*innen schnell dazulernen und bald diese Technologien recht sicher beherrschen.

      Deine Erfahrungen bezüglich des Gruppenunterrichts (Ukulele) würden hier sicher Vielen weiterhelfen.

      Danke für den Tipp zur Plattform doozoo.com (https://info.doozzoo.com/#features). Die Features sind wirklich toll. Gibt es dazu aber auch schon Erfahrungen?

      Und ja, Lernen mit digitalen Technologien setzt Eigenverantwortung beim Lernenden voraus. 🙂

      Liebe Grüße und bis bald, Matthias

  3. Robert sagt:

    Ich habe eine Möglichkeit gefunden bei meinem Schlagzeugunterricht auch zwei Kameraperspektiven wechseln zu können. Damit lassen sich leichter Details zeigen, ohne dass ich immer erst den Laptop umbauen muss. Ein iPhone (oder iPad) verwende ich als mobile handliche zweite Kamera.

    Ich nutze ein MacBook Pro, Skype und einen zweiten Monitor.
    Verbindung vom iPad/iPhone zum Mac per Facetime herstellen. Facetime auf dem MacBook auf Vollbild stellen. Skype auf den zweitem Bildschirm ziehen und Verbindung zum Schüler via Skype aufbauen.
    Das Bild vom iPad kann über die Funktion „Bildschirm teilen“ in Skype geteilt werden. Schon kann man während der Unterhaltung zwischen beiden Kameraperspektiven wechseln.
    Wichtig: Facetime nicht auf den zweiten Bildschirm ziehen, da das Bild dann beim Empfänger ruckeln kann (ist zumindest bei mir der Fall).

    Viel Erfolg und bleibt gesund!
    ROBERT MEMMLER

    • WOW!

      Lieber Robert,

      solche technischen Lösungsansätze werte ich schon als eine technische Weiterentwicklung. Das Setup ist noch etwas komplexer und es braucht einige Erfahrung und zusätzliche Hardware (zweiter Monitor), aber die Möglichkeit ein kleines Smartphone als mobile Kamera für Details zu verwenden, bietet neues methodisches Potenzial (siehe dazu auch „Kameraperspektiven“ bei Walter Grund oben im Beitrag).
      Vielleicht entwickeln sich daraus noch einfacher umzusetzende Lösungen.
      Interessant wären aber besonders auch Erfahrungen dazu, wie nun damit unterrichtet wird. Wie genau und wofür kann man diese zusätzliche Kameraperspektive einsatzen?

      Ich bin total gespannt, wie sich das weiterentwickelt.
      Herzliche Grüße, Matthias

  4. Gerd Haehnel sagt:

    Vielen Dank für den tollen Block!

    Als pensionierter Musikkollege biete ich Wunschsing-Abend an: https://gerd-haehnel.de/wunschsingen/

    Ich treffe mich also mit etwa 15 Menschen, die sich Lieder aussuchen dürfen, die wir gemeinsam zu meiner Gitarre begleiten. Nun möchte ich das gerne online weiterführen. Mit blizz.com klappt das auch, so lange die Mitsänger ihre Mikrophone aus lassen. Stellen Sie diese an, kommt es direkt zu Echo-Überlagerungen. Auslassen, heißt aber auch, nur für sich in das Handy zu singen. Der Gemeinschaftseffekt fällt weg, das macht keinen Spaß. Gibt es da eine technische Lösung?

    Viele Grüße, Gerd Haehnel

  5. Hallo Kolleg*innen,

    ich hab mir für meine Schüler zwei kurze Infotexte gebastelt, wie ich sie jetzt unterrichte. Da nicht alle die Möglichkeiten des Online-Unterrichts nutzen können oder möchten, biete ich außerdem nach dem Tipp eines Kollegen eine Art „Hausaufgabe“, die ich ihnen auf sie zugeschnitten zukommen lasse.

    Ich füge euch hier die Texte ein, die ihr gern für euch nutzen und anpassen dürft.
    LG & bleibt gesund!
    Doro *Jamyno* Beyler

    ——-
    Infos zum Gesangsunterricht über Videochat
    1. Bitte gib Bescheid, was du an Geräten zur Verfügung hast: Handy, Laptop, Tablet
    2. Bitte sag mir im Vorfeld, was dir als Verbindung lieber wäre:
    – Zoom: Videochat-Plattform mit guter Qualität, kein Account notwendig; in diesem Fall lasse ich dir einen Link direkt zu unserem Chat zukommen; das Einzige, was du brauchst, ist die Zoom-App (gibt es für alle mobilen Endgeräte)
    – WhatsApp-Videocall: ist am Handy einsetzbar, Ton- und Bildqualität müssten ausreichen
    3. Was brauchst du sonst: eine stabile Internetverbindung und natürlich Zeit und Lust… Gut wäre, wenn du Zugriff auf Spotify oder YouTube hast, am besten über ein anderes Gerät als das, über das wir telefonieren.
    4. Ablauf der Online-Stunde:
    – Ich rufe ich dich über die ausgewählte App zum vereinbarten Zeitpunkt an.
    – Wir beginnen (wie immer) mit ein paar Einsingübungen, dazu werde ich einfach die Töne an meinem E-Piano legen.
    – Im Anschluss daran arbeiten wir an einem Song. (Daher wäre es gut, wenn du Spotify oder YouTube zur Verfügung hast.) Ich werde dir Tipps zur Verbesserung geben etc..
    5. Tipps: Stelle dein Gerät so hin/ein (bzw. beim Handy: lehne es irgendwo an), dass ich dich gut sehen kann, vor allem deinen Kopf bis Oberkörper. Evtl. können die üblichen Handy-Kopfhörer mit eingebauten Mikrofon helfen, aber im Normalfall müsste es auch ohne gut gehen.

    ——-
    Infos zum Gesangsunterricht mit Videos/“Hausaufgaben“
    1. Bitte lade dir die Einsingübungen aus der Dropbox herunter:
    […]
    2. Halte Handy, Laptop oder Tablet bereit, um darüber die Einsingübungen abspielen zu können, evtl. auch eine Box zur Verstärkung.
    3. Wärme deine Stimme mit den Einsingübungen, die ich dir empfehle, auf (andere können nach Belieben hinzugefügt werden). Achte immer darauf, dass:
    – du aufrecht sitzt oder stehst, aber nicht angespannt
    – du in den Bauch atmest und dein Brustkorb einfach in geöffneter (leicht „stolzer“) Position bleibt
    – dein Hals- und Mundbereich stets entspannt bleiben
    – du Vokale deutlich formst
    – nichts beim Singen weh tut oder sich beengt oder gedrückt anfühlt
    4. Ich gebe dir individuell eine „Hausaufgabe“, an der du im Anschluss ans Einsingen arbeiten kannst; meist wird das ein Lied sein, an dem du arbeiten kannst, mit Aufgaben/Hinweisen/Tipps, die auf dich zugeschnitten sind.
    5. Falls möglich, freue ich mich über ein kleines Video oder einen Ton-Mitschnitt vom letzten Durchgang, wofür ich dir gern weiteres Feedback gebe und neue „Hausaufgaben“ für die nächste Stunde.

  6. Bryan sagt:

    Hallo ihr lieben Leute

    Wow, hier sind ja schon jede Menge gute Ideen und Tipps eingetragen.
    Alldiweil, hier ein kleiner Erfahrungsbericht mit Skype als Möglichkeit für eine „Theaterprobe“.
    Wir sind eine kleine Truppe von Schauspiel-Enthusiasten und stehen gerade mitten in den Proben. Als Aufführungstermin ist der 1. Mai geplant. Nun, wir werden sehen. Die momentane Lage spricht gerade nicht dafür. Nichtsdestoweniger, wie es so schön heißt, the show must go on.
    Wir haben uns für unser erstes Fernprobentreffen für Skype entschieden.
    Wir waren zu acht für unser digitales Treffen, wobei alle Varianten von Skype vertreten waren: Skype gibt es direkt im Browser (keine Installation von Skype notwendig, es reicht ein Link), als App für iOS und Android und als Programm für Win Und MacOS.

    Da es sich um ein Theaterstück handelt, lag der Schwerpunkt naürlich auf dem gesprochenen Wort.

    Unsere Erfahrung mit dieser ersten Skype-Theaterprobe:
    Die Verbindung war teilweise ziemlich latenzbehaftet, Bildausfall (Stillbild oder „glitch“) Störungen in der Stimmübertragung. Das eigentliche Meeting lief ganz gut. Da es sich um ein Theaterstück handelt, mussten alle aufgrund der Technik langsam und deutlich sprechen, sehr gute Übung. Wir hatten eine gute Moderatorin, die mit Geduld die entsprechenden Regieanweisungen durchgeben konnte.

    Wir haben den Inhalt dieser Fernprobe angepasst an die Verhältnisse:
    Wir entschieden uns fürs Rollenverständnis (wer bin ich im Stück, wie stehe ich zu den anderen Charakteren).
    Direktes „Anspielen“ war aufgrund der technischen Eigenheiten nicht oder nur begrenzt möglich. Einen Akt (wären ca 20min auf der Bühne) konnten wir jedoch durchspielen. Das war recht ermüdend durch Übertragungs – Problemchen, es lief trotzdem erstaunlich gut.

    Learnings:
    Bitte mindestens ein paar Stunden vorher die Technik erklären für die Teilnehmer. Wo muss man hinklicken, wie installiert man das etc. Am besten vorab einen kurzen Test laufen lassen. Viele kennen aus dem Beruf online Konferenzen oder nutzen Skype privat, aber lasst uns denen helfen, die sich noch nicht damit befasst haben.

    Skype im Browser ist ein wenig zickig, oftmals werden nicht alle Teilnehmer abgebildet, egal ob „Grid View“ oder „Caller“ eingestellt ist. Passiert aber wohl auch in der installierten Version. Die verwendete Laptop/PC/Tablet/Smartphone-Version sollte auf relativ neuem Stand sein, sonst hakts noch mehr. Acht Teilnehmer für so eine Sitzung ist relativ viel, zudem ist die Verbindung abhängig auch von der Qualität jeder einzelnen lokalen Internetanbindung.
    Wir haben fürs nächste Mal beschlossen, auf den Videostream zu verzichten nach der allgemeinen Begrüßungsrunde, um die Datenmenge einzugrenzen. Das sollte eine bessere Verbindung gewährleisten. Bei uns geht das in Ordnung, da es ja ums gesprochene Wort geht.

    Es sollte jemand protokollieren (ja Meeting Protokoll ist Standard, aber auch da fehlen manchen eben noch die Erfahrungen, ist auch im Künstlerereich eher nicht so gefragt)
    Bei der Skype Übertragung gehen doch manche Dinge im Äther verloren, da ist es gut, ein Protokoll zu haben. Die Recording Funktion ist praktisch, aber lieber gleich Notizen machen. Da spart man sich quadratische Augen und Ohren beim Rückhören 🙂

    Als Alternativen werden wir Talky ausprobieren, Google Hangouts ist auch im Gespräch.

    Bitte beachten, es kommen erste Meldungen herein, dass aufgrund der höheren Nutzerzahl jetzt auch schon Datenübertragungsraten beeinflusst werden.

    Ich hoffe, das hilft Euch ein bisschen beim Organisieren.

    viele Grüße,
    Bryan

    • Lieber Bryan,

      vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht. Vielleicht entwickelt sich ja auch eine ganz neue Form von Theater? Die Idee eine Moderation in die Proben zu integrieren finde ich klasse!

  7. Friederike sagt:

    Hallo Matthias, liebe Kollegen
    ich spiele Posaune in mehreren Ensembles und aufgrund der aktuellen Lage sind natürlich alle Proben und Konzerte abgesagt. Deswegen überlege ich, ob es irgendwie möglich ist wenigstens zu zweit online zu proben. Bei meiner Recherche war ich nicht besonders fündig. Kannst Du/ihr mir weiterhelfen? Gibt es Erfahrungen damit? Die Latenz ist ja wirklich ein Problem. Es wäre wirklich schön wenigstens auf diesem Wege wieder mit anderen Musik machen zu können.

    Viele Grüße aus Köln!
    Friederike

    • Liebe Friederike,

      richtig die Latenz (Verzögerung) bei der Übertragung bei den Videochats ist ein großes Problem. Beim gemeinsamen Musikmachen kommt es in der Regel auf Millisekunden an.
      Einige Lehrkräfte berichten zwar, dass es manchmal eine passable Verbindung gibt, jedoch finden sich dann auch wieder Berichte, in denen mit wohl vergleichbaren Setups (also z.B. ein aktuelles iPhone) auch wieder besonders lange Verzögerungen und Ausfälle beklagt wurden. Nicht vergessen werden darf, die Struktur das Internets: Es ist ein Netzwerk und keine zentral organisierte Leitung. Bedeutet die „Wege“ die die Daten nehmen können viele 10.000 km sein, auch wenn man einfach mit dem Nachbar chattet. Und Daten können nur mit Lichtgeschwindigkeit übertragen werden. Das wiederum bedeutet, dass die Daten auf sehr langen Strecken einige Millisekunden benötigen. Außerdem müssen noch Daten von den beteiligten Computern (Smartphones, Server) verarbeitet werden – auch das wird als Latenz wahrnehmbar. Daher ist mit aktueller Internet-Technik das Problem nicht wirklich allein über Software lösbar.

      Daher sehe ich keine brauchbare Lösung außer sich veränderte Formen des gemeinsamen Musizierens zu überlegen (oder neue (langsame) Stücke) oder vielleicht die Übertragungstechnologie zu wechseln. „Altmodisches“ Telefonieren funktioniert i.d.R. noch über andere technische Konstruktionen (jedoch Videotelefonie wiederum vermutlich nicht). Mit Kabel-Kopfhörern könnte es vielleicht gelingen miteinander Posaune zu spielen.

      Soweit meine Antwort. Was meinen andere?

  8. Andreas Köhlert sagt:

    hallo,
    kein Kommentar, eher eine Frage: Signal Messenger funktioniert wie WhatsApp, soll aber der sicherste Messenger sein (was immer das heißt) Wie ist der im Hinblick auf DSGVO einzuordnen.
    Vielen Dank und weiterhin frohes Schaffen

  9. Sabine Lempelius sagt:

    Moin, gestern kam in den Nachrichten ein Bericht über einen Chor, der über eine Video App mehrstimmig gesungen hat. Sie zeigten ein Bild, das so ähnlich aussah wie die online Meetings über Zoom. Ich frage mich, welche App das gewesen sein könnte, bei der das mehrstimmige Singen funktioniert. Das wäre ja für unseren online Unterricht auch von größtem Interesse.
    Wer weiß da was drüber?
    Klangvolle Grüße, Sabine

  10. Sabine Lempelius sagt:

    Genau! Aber welche Video-App ist das???

    • Ich bin zufällig auf Facebook auf ein weiteres tolles Video in diesem Stil gestoßen und habe den Produzenten Jens Bauditz auf Facebook danach gefragt, wie er es hinbekommen hat.

      Es handelt sich um dieses Video: https://youtu.be/OOXD8eSD6lw
      Johannes-Passion allein zu Haus via Skype oder Zoom?

      Matthias Krebs
      Super! Gibst du uns einen Tipp, mit welcher App oder Software ihr das aufgenommen habt? Man könnte ja denken, dass ihr das mit Zoom gemacht habt. Wie habt ihr wirklich gemacht? Liebe Grüße
      Jens Bauditz
      Danke Dir! Das Video ist ganz „handgemacht“ – also wer von den Chorsängern konnte, sollte mir ein Video schicken. Dazu habe ich ihnen eine Übungsaufnahme zugeschickt (zur Synchronisierung) zu der dann die Sänger mit Kopfhörern im Ohr gesungen haben. Mit einem anderen Smartphone wurde dieser Gesang einfach aufgezeichnet und dann an mich per WA oder Dropbox versendet. Und dann hab ich die kleinen Filme in einem Bearbeitungsprogramm (camtasia) in Spuren gelegt. Für jede Spur konnte ich einen bestimmten Bereich auf dem Bildschirm wählen, so dass es nach viel Geschneide und Gezoome und Geschiebe zu diesem Muster kam. Das Schwierigste aber war, die Videos musikalisch so einigermaßen übereinander zu bekommen, da im wahrsten Sinne des Wortes halt jeder für sich gesungen hat Liebe Grüße!
      Matthias Krebs
      Danke, darf ich deine Erläuterung auf dem Blog teilen?
      Ellen
      Toll! War das Geschneide und Übereinanderlegen nicht ein endlos langes Unterfangen? Bewundernswert.
      Jens Bauditz
      Danke Dir! Ja, das war eine richtige Sisyphusarbeit, wenn man an einem Ende was schneidet, gehts an einem anderen wieder von vorn los.

  11. andrebass sagt:

    Hallo Matthias
    bezügl.meines Kommentars vom 21.3.20, wegen Signal Messenger siehe support.signal.org Absatz: Sprach od. Videoanrufe: versteh das so als ob man dann Chatten könnte. Hab ich aber noch nicht ausprobiert. Gibt keinen der das außer mir hat.

  12. Hallo Matthias,
    ich versuche den Messenger Wire:
    • Bei der Installation von Wire kann man ein Scannen des Adressbuches verbieten
    • Kostenlos auf allen Plattformen verfügbar
    • Jegliche Datenübertragung innerhalb der Anwendung wird mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert
    • DSGVO Konform
    • Sämtliche Wire-Daten werden auf Servern in der EU (Deutschland und Irland) gesichert
    • Das Unternehmen hinter Wire und die Software-Entwicklung der Anwendung sind in der Schweiz, bzw. in Deutschland beheimatet

    Viele Grüße
    Sebastian

    • Lieber Sebastian,

      (Entschuldige, dein Kommentar ist irgendwie im Spam gelandet. Wusst gar nicht, dass es sowas hier auch gibt.)

      Vielen Dank für den Tipp. Es ist immer etwas schwierig auf neue Anbieter mal zu wechseln, da man ja dann auch die Personen, mit denen man in Verbindung treten will dazu gewinnen muss, die „Liebgewonnene Videochat-Software“ zur Seite zu legen und etwas neues auszuprobieren. Man hat sich dann schon an so einige Herausforderungen gewöhnt und hat sich damit arrangiert.

      Trotzdem lohnt es wohl sich einen Überblick zu verschaffen und nicht das „Nächstbeste“ zu nehmen, da man dadurch unter Umständen Flexibilität und Geschwindigkeit gewinnen kann. Immerhin ist zu vermuten, dass die Auslastung bei Zoom und Skype wohl extrem hoch ist. Da werden dann doch enorme Rechenleistungen benötigt.

      Was ich spannend fände ist, ob es mit Wire möglich ist ganz ohne App bei Videochats teilnehmen zu können. Immerhin wirbt Wire damit, dass es auch browserbasiert (d.h. in Firefox, Safari, Chorme) läuft. Tut es das auch auf dem Smartphone? Das könnte bedeutet, dass man einfach einen Link per WhatsApp versendet und dann die Schüler*innen – ohne die App installiert zu haben – an einer Wire-Videochat-Sitzung teilnehmen können, wodurch sie dann bessere Audio-Qualität haben. Hast du oder jemand anderes das schon mal ausprobiert?

      Herzlich und bleibt gesund, Matthias

  13. Nina Herwig sagt:

    Lieber Matthias,
    toll, vielen Dank für die Initiative und für alle, die hier ihre Erfahrungen teilen. Ich möchte gerne über Zoom gemeinsames niedrigschwelliges Singen (Just for Fun und um die Stimmung zu heben 😉 anbieten, für Erwachsene aber v.a. auch für Eltern mit Kleinkindern, die langsam einen Lagerkoller bekommen. Der allgemeine Tenor ist ja, dass zeitgleiches Musizieren wg. der Latenzen nicht geht, entspricht auch meiner Erfahrung.

    Ich hab jetzt mal mit einer Freundin getestet: Derjenige, der einzählt, sieht und hört das Gegenüber mit Latenz, das Gegenüber hat keine Latenz. Heißt für mich, dass, wenn ich den Ton abstelle, oder meine Hörgewohnheiten um eine Latenzakzeptanz erweitern kann, es möglich ist dem Gegenüber ein gemeinsames Sing-/Musiziererlebnis zu ermöglichen. Werde berichten, ob das bei mehreren auch funktioniert. Oder hat da schon jemand Erfahrungen?
    Und: Mich interessiert natürlich auch brennend, welche App der Chor von dem Youtube-Video nutzt.

    Schöne Grüße, Nina

  14. Ruth Brelage-Norda sagt:

    Vielen Dank für alle bisherigen Tipps und Anregungen, das ist sehr hilfreich. Ich unterrichte derzeit als Blockflötistin über skype oder zoom, allerdings nur übers Samsung-tablet oder Handy. Oft ist der Ton sehr schlecht, meine Schüler verstehen mich nicht. Würde da ein Headset helfen? Falls ja, mit welchem habt ihr gute Erfahrungen gemacht?

  15. Ruth Dynow sagt:

    Hallo, ich unterrichte Geige und Bratsche über Skype und WhatsApp. Ergänzend schicken mir einige Schüler*innen kurze Videos mit der App MyMaster. Diese Sequenzen kann ich in der App an beliebigen Stellen mit Kommentaren (ebenfalls als Video) versehen. Der ganze Film mit meinen Bemerkungen wird dann wieder zurück geschickt.

    Meine bisherige Erfahrung ist, dass beide Seiten mit der Methode noch etwas besser „auf den Punkt kommen“. Der direkte Kontakt lässt sich dadurch nicht ersetzen, weil allein schon die Dauer (nur bis 1 min 30 sec ist es kostenfrei) nicht mit einer Bildtelefon Sitzung vergleichbar ist. Aber andererseits ist das Hin- und Herschicken zeitlich unabhängig und das Ergebnis kann beliebig oft angeschaut werden. Freundliche Grüße und Danke für die Informationen.

    • Liebe Ruth,
      herzlichen Dank für diese Empfehlung. Diese App MyMaster gibt noch mal eine neue methodische Variante. Sicher werden hier schon viele Lesende dieses Blogbeitrages genau das tun, was du auch schilderst: Verschiedene Ansätze miteinander kombinieren. Genau wie im Unterricht unter Anwesenden ja auch verschiedene Methoden je nach Situation und abhängig vom Lernenden und Inhalt genutzt werden.

      Manchmal hört man Einzelne argwöhnisch sagen, dass ja dieses Online-Unterrichten nicht so die große Sache ist und sie loben den traditionellen Unterricht. Als würden wir das nicht alle trotzdem schätzen… Aber wenn wir auch wieder in Musikschulen unterrichten, können wir eben zusätzlich neue Methoden hinzunehmen, die wir in diesen Krisenzeiten erprobt und geübt haben.

      Herzliche Grüße, Matthias

  16. Erst einmal vielen Dank für die vielen Tipps auf dieser Website.

    Wir haben für den Gesangsunterricht und Instrumentalunterricht per ZOOM-Videokonferenz eine Anleitung veröffentlicht. Vorgestellt wird eine u.a. eine Schnellstartanleitung, Tipps zur Verbesserung der Audioqualität, der Umgang mit Latenz, pädagogische Möglichkeiten und mehr.

    Zur Anleitung für den Video-Musikunterricht mit Zoom:

    https://jazzband-live.de/gesangs-und-instrumentalunterricht-mit-zoom/

    Herzliche Grüße

  17. Hallo zusammen, auch ich biete Unterricht per Skype an und das auch ganz offiziell über meine Webseite. Allerdings fürchte ich, dass das alles durch die Nutzungsbedingungen (ähnlich z. b. bei Zoom) untersagt ist. Jede kommerzielle Nutzung der Software ist ausgeschlossen. Auf der Skype-Webseite wurden solche fragen auch klar beantwortet, sobald Verdienst erzielt wird, ist es grds. ausgeschlossen… Darunter fallen auch wir Musiklehrer. Gibt es dazu Meinungen oder Erfahrungen?
    Meiner Meinung nach verstoßen also alle derzeit stark steigenden Angebote über alle möglichen Dienste (ausser Bezahlvarianten wie doozoo o. ä.) im Prinzip gegen die jeweiligen Nutzungsbedingungen. Die Frage ist halt dann weiter, ob das den jeweiligen Lizenzgeber stört, ob der etwas dagegen tut (u. ggf. was? – Löschung des Kontos?) usw….
    Viel Erfolg und Musikalische Grüße,
    Jochen Weigand

  18. Ruth Brelage-Norda sagt:

    Vielen Dank an jazzband-live für die Zusammenfassung zum Unterricht mit Zoom, das
    war sehr hilfreich!

  19. Hallo zusammen,

    ich unterrichte Mandoline und Gitarre an zwei Musikschulen in Berlin.
    Gern will ich hier meine Erfahrungen und Ideen zum Online-Unterricht teilen.

    Bei besonders jungen Schüler*innen fand ich es hilfreich, wenn die Eltern anfangs dabei waren, auch habe ich versucht, durch kleine und einfache (Noten-) Rätsel, die erste Schüchternheit zu nehmen (z.B. Rätsel-Material aus der Gitarrenschule „Moro und Lilli“ von Koch-Darkow).

    Beim Vorspielen der Hausaufgaben habe ich gelegentlich meine Kamera zugehalten, da die Kinder anfangs noch zu sehr ablenkt waren und eher auf mich (oder sich selber) schauten. Das hat sehr geholfen.

    Ich habe versucht eher in Kamera zu schauen, also auf dem Tablet die Schüler anzuschauen. Aber gerade der Augenkontakt ist vor allem für jüngere Schüler sehr wichtig.
    Ebenso hat sich meine Gestik vor allem mit den Händen im Vergleich zum „normalen“ Unterricht stark verändert. Ich arbeite viel mit einem „Daumen hoch“, oder „Stop“-Zeichen und ich nutze beim Skypen „Emojis“ als Rückmeldung (bei kleineren Kindern).

    **Herausforderungen von online-Unterricht und Ideen zur Qualitätssicherung:
    (also was ich erst einmal schwierig finde/fand)

    1. Klangübertragung/ruckelndes Bild/Verzögerungen:
    Natürlich ist die Klangübertragung nicht gleichwertig und je nach Verbindung auch mal schlecht. Dies ist ein grundlegender Punkt und für die Qualitätssicherung wichtig zu lösen. Ich habe mich entschieden in besonders schweren Fällen die neuen Stücke auf Video aufzunehmen und den Schülern extra zu schicken, gleichzeitig auch von den Schülern Videos verlangt, da die Qualität so viel besser war. Dies hat dazu geführt, dass ich mit einigen Schüler*innen ganz neu arbeiten konnte. Wir haben einige „challenges“ eingeführt, bei denen mir z.b. 4 Videos pro Woche (mit kleineren, leichteren Stücken) geschickt werden sollten.
    Gleichzeitig „sieht“ man auch, wie der Klang sein müsste um dann ggf. Korrekturen vorzunehmen. Drittens kennen wir ja auch die Schwächen mancher Schüler und können diese Punkte besonders pflegen (z.B. „lauter spielen“ etc.).
    Bei den Schülern, die ich vor der Musikschulschließung schon einmal online unterrichtet hatte und im Anschluss wieder in der Musikschule gesehen hatte, hatte keiner neue technische Mängel falsch antrainiert.

    2. Zweidimensionalität:
    Ein nächster Kritikpunkt am Online-Unterricht ist die Zweidimensionalität. Dies habe ich persönlich nicht so empfunden. Auch wenn man nur ein zweidimensionales Bild sieht, kann man sich die Situation in Realität ja vorstellen. Auch kann man das Instrument ja drehen und so unterschiedliche Blickwinkel zeigen um so auch die Qualität des Unterrichts zu gewährleisten. Auch durch Gespräche kann die Begegnung wie im Unterricht auf ein vertrautes Verhältnis gebracht werden.

    3. gemeinsames Spiel:
    Das gemeinsame Musizieren im Unterricht ist ein sehr wichtiger Aspekt, der nur sehr schwer meines Erachtens online umzusetzen ist. Auch hier habe ich wieder mit Videos gearbeitet, zu den die Schüler mitspielen konnten. (Das werde ich evtl. auch mal zusammen schneiden!) Ansonsten war es sehr schwer zusammen einzusetzen oder sich und den Schüler gleichzeitig gut zu hören. Das ist definitiv ein Punkt, der später, wenn wir uns wieder in der Musikschule treffen, nachgeholt werden wird. Ich habe mich entschieden in der aktuellen Situation andere Aspekte in den Fokus zu stellen, die sonst im Musikschulalltag evtl. zu kurz kommen: Musik hören (Links schicken!), Musiktheorie, Improvisieren (das hat auch mit der Übertragung gut geklappt), Spielen nach Gehör etc…

    4. Hausaufgaben aufschreiben:
    In einigen Fällen hat es sehr lang gedauert, wenn Schüler*innen die Hausaufgaben notieren. Dies habe ich manchmal per Mail etc. nachgereicht um etwas Zeit zu sparen. Auch das Notieren von Notizen in den Noten ist manchmal essenziell. Damit gestalte ich die kleinen Entspannungsphasen, in denen ich die die Kinder etwas aufschreiben lasse. Das ist nun besser in den Unterrichte integriert.

    5. Privatssphäre:
    Das Arbeiten mit dem Videotelefonieren und dem Austausch von Videos in auch ein Eingriff in den privaten Bereich. Ich habe dafür einen extra Berufsaccount über „Skype“ und „Telegram“ eingerichtet, den man auch in seiner freien Zeit mal ausblenden kann. Leider musste ich auch meine WhatApp-Account nutzen. Hier sind genaue Absprachen notwendig, damit am Ende nicht mehr Arbeit als vorher ansteht. Meine Regel ist: Aller inhaltlicher Austausch per Mail.
    Für die Videochats habe ich persönlich mir angewöhnt, vor einem eher neutralen Hintergrund zu unterrichten. Das lenkt nicht so ab.

    **Vorteile:
    (und warum es sich lohnt, sich mit Online-Unterricht zu beschäftigen)

    1. Ansteckungsfrei unterrichten 🙂
    2. Ortsungebunden unterrichten
    3. aufgenommene Videos können von den Schüler mehrfach zum Üben benutzt werden
    4. Haltung und Übesituation zu Hause kann evtl. korrigiert werden
    5. Abwechslungsreicher und mehrdimensionaler unterrichten (u.a. auch durch das Verwenden von Musik-Apps wie SoundPrism, GarageBand, Loopings etc.
    6. Ergebnisorientierter unterrichten: kleinere Übestufen können auf Videos aufgenommen werden (Evtl. in sog. „Challenges“)
    7. Eine Dokumentation der Fortschritte der Schüler durch die Videos sind möglich
    8. Schüler können sich vor dem Unterricht besser einspielen und danach weiter üben
    9. Der Unterricht wird zeitgemäßer und passt sich an das Lernverhalten der Schüler an
    10. Zeitlich ungebundener unterrichten: Durch den Austausch von Übe-Videos können Schüler dann üben, wenn sie wirklich Lust und Zeit haben und sind nicht an ihre genaue Uhrzeit in der Woche gebunden auch sind Unterrichtszeiten leichter zu verschieben.

    Soweit ein kleiner Einblick in das, was sich so bei mir entwickelt hat.
    Bleibt gesund, Anne

  20. Lukas Emmenegger sagt:

    Herzlichen Dank allen für die hilfreichen Erfahrungen. Ich bin selber Musiker und Vater von drei Kindern, die nun online Unterricht haben. Nach einigen Tests sind wir bei zoom geblieben, weil die Performance überzeugt. Leider ist die Tonqualität auch mit hochwertigem externem Mikrofon und USB Interface (Core 4099 + Tascam DR-40x) nicht befriedigend. Falls jemand dazu eine professionelle Alternative kennt, dann wäre ich sehr interessiert.

  21. Daniel sagt:

    Super Seite, toller Input – vielen Dank dafür!
    EIne Frage zu ZOOM:
    Gibt es eine Möglichkeit, mehrere Audioquellen gleichzeitig zu hören. Bei Gruppenchats habe ich das Problem, dass ich immer nur einen Sprecher hören kann. Bei Chorproben möchte ich aber gerne einen Gesamteindruck erfassen, soweit überhaupt möglich. Gibt es dazu eine Einstellung?
    Beispiel: Ich mache eine Übung vor und alle sollen nachsingen, dann möchte ich gerne einen Mix aus allen Stimmen gleichzeitig hören. ZOOM switcht immer die Signaleingänge und das würde ich gerne vermeiden.
    Vielen Dank fürs MItlesen
    Gruß Daniel

    • Lieber Daniel,

      ich kann mir leider nicht vorstellen, dass das mit Zoom so möglich ist. Es ist eben ein Videochat-Programm, dass von den Entwicklern vornehmlich für Konferenzen in kleineren Gruppen gedacht war. Nun versuchen wir Musiker*innen das Beste daraus zu machen. Glücklicher Weise finden wir ja auch immer wieder Einstellmöglichkeiten, die wir einfach mal anders verwenden als wohl gedacht. Dazu gehört eben auch diese Funktion, die schon häufiger von Kolleg*innen beschrieben wurde, die dazu geeignet ist, um die Rauschunterdrückung auszustellen, um so mehr jedoch mehr vom Instrumentenklang zu haben.

      Zoom Einstellungen für Musikinstrumente

      Ich fürchte, wir Musiker*innen dürfen nicht müde werden, weiter Wege zu finden, um musikalisch zu interagieren. Nur so viel ist sicher: So wie wir es bisher im Proberaum gemacht haben, so wird es online nicht gehen. Sondern anders!
      „Wo ein Wille ist, da ist ein Weg.“ – Und der Wille zum Musikmachen ist auch in Zeiten von „social distancing“ ungebrochen. (Nicht nur bei Musiker*innen.)

      Bleibt Gesund, Matthias

  22. Jutta Hühnerkopf sagt:

    Freut mich, dass ihr alle mit Zoom super klarkommt. Bei mir ist aber die Tonqualität miserabel. Liegt das an meiner Hardware? Habe nur ein Samsung J7
    Ich möchte mit der App Klavier unterrichten.

    Nachtrag: Ich habe mittlerweile recherchiert, dass die Tonqualität bei Zoom und anderen auch mit aufgerüstet Hardware nicht optimal ist. Ich werde mir jetzt erst mal doozoo anschauen. Und dann berichten. Übrigens, vielen, vielen Dank für diesen Blog. Sehr hilfreich und unterstützend in dieser Zeit und wohl auch in einer veränderten Zukunft.
    Einen schönen Tag an alle

  23. Jan Türk sagt:

    Hallo Leute, hier ein Update zum Setup im Artikel (oben)

    Mein endgültiges Setup sieht wie folgt aus:

    Mit einem Focusrite Audio-Interface (Scarlett 18i20) sind verbunden das E-Drum (+ Tablet über Line-In angeschlossen für Spotify-Feed), ein Raummikrofon (zur Abnahme der akustischen Becken), Headset, Roland SPD-SX sowie ein Bass und Gitarre (Bass direkt, Gitarre über Amp). Das Signal der Schüler geht aus dem Mac Book in den Behringer Mini-Mix zur Verstärkung und dann in ein Mischpult. Auch der Monitorsound aus dem Audio-Interface geht ins Mischpult zur separaten Regelung.

    Auf dem Laptop habe ich mit der Scarlett Mix Control Software einen ausgewogenen Mix eingestellt, der über den Monitor Out per Klinkenkabel in Input 1 geht – diesen Eingang greift z.B. Skype ab.

    Um Videos für Schüler zu erstellen, schneide ich die Zoom Q2n als Webcam über die Software OBS Studio mit. Damit ist es mir möglich, den Audio-Bild-Versatz mit einer Audioverzögerung von 300 ms auszugleichen (möglich in den erweiterten Einstellungen).
    Notwendige Videobearbeitungen erledige ich mit Shotcut – hier sind Schneiden, das Einsetzen von Filtern oder Lautstärkeänderungen und vieles mehr möglich.

  24. Peer Oehlschlägel sagt:

    Liebe Kollegen,

    ich habe eine Anmerkung zu den Soundeinstellungen bei Zoom:
    die lassen sich leider nur in der Laptop/PC Variante ändern.

    Wer Smartphone/Tablet benutzt, kann diese Einstellung nicht ändern.

    Wir testen gerade Jitsi Meet, da sind die Voreinstellungen so, das Hintergrundgeräusche zugelassen werden.

    Jitsi Meet ist kostenlos und ohne Zeitbeschränkung. Herzliche Grüße, Peer

  25. Thomas Hanz sagt:

    Lieber Peer,
    m. E. nach kann man die Einstellungen auf Zoom nur im eigenen Profil vornehmen.
    Dann gelten sie allerdings für alle Endgeräte.
    Viele Grüße
    Thomas Hanz

  26. Stephan sagt:

    Manche beklagen, dass beim Schüler eingespielte Playalongs weggeschnitten werden. Man kann das, wenn man und die Schülerschaft sehr technikaffin ist, umgehen. Man legt „quasi“ einen zweiten Audiokanal in das Zimmer des Schüleries. Entweder via Internetradiostream oder ein VST-Plugin namens Studiogate. Letztendlich lasse ich das aber, weil das Hauptproblem ist, dass die Schülerschaft mit solchen Frickellösungen nicht agil genug umgehen können.
    Zweitlösung musescore.org. Dateien von Musescore (Notensatz) hochladen und den Schüler steuern lassen. Nachteil. Laptoplautsprecher sind in der Nähe des Mikros. Das Playalong ist dann in meinem Kopfhörer brüllend laut und der Schüler ziemlich leise.

  27. Isa sagt:

    Hallo – und zunächst ein dickes Dankeschön für die wirklich sehr hilfreichen Beiträge!
    Ich habe bisher noch nie per Videokonferenz unterrichtet, bin aber nun neugierig und sehen auch die Notwendigkeit, mich in dieses Thema einzuarbeiten.
    Was mich besonders interessiert sind die Programme, die so weit wie möglich datenschutzkonform sind (z.B. wie oben beschrieben wire).
    Hat da schon Jemand Erfahrung im Einsatz mit Klavierunterricht? (Stabilität der Verbindung, Benutzerfreundlichkeit, Wiedergabe von Musik…)
    Für Tipps & Hilfen wäre ich sehr dankbar,
    mit herzlichen Grüßen, Isa

  28. Stephan sagt:

    Das Datenschutzproblem ist eigentlich geringer als man denkt. Eigentlich sollte man ja denken, dass in der Situation jeder fast Verständnis hat.

    Manche Tools wie Skype greifen bei der Aktivierung auf das rechnereigene Adressbuch zu.
    Also einen einen weiteren Nutzer auf dem Rechner einrichten, der keinen Zugriff auf das Adressbuch hat. Dort das Tool installieren und es kann keine Daten abgreifen. Das geht meiner praktischen Erfahrung nach unter Android und Windows.

    Bevor man zu dieser Kanone greift, vorher im Netz suchen, ob es für das Videochattool einen einfacheren Weg gibt, den Zugriff auf das Adressbuch zu verhindern.

    Die nächste Gefahrenstelle ist, wie bekomme ich die Schüler in den Videochat? Müssen sich die Schüler registrieren oder nicht. Bei erstaunlich viel von mir ausprobierten Tools müssen sie nicht. Die Programme verraten das aber nicht unbedingt.

    Die Tools bieten ja an, dem Schüler den Link zu zusenden. Nicht nutzen, sondern den Link kopieren und mit dem dem eigenen Emailclient versenden.

    So hätte man das Kontaktverbot zwischen Schülerdaten und „datengierigen“ Anbietern gelöst.

    Eine kleine Ergänzung oder Grundkritik zu dem Artikel. Das Problem Audioqualität lässt sich in den dargestellten Tools nicht lösen. Denn die sind für Sprachtelefonie ausgelegt. Alle verwendeten Codecs zur Sprachtelefonie sind verlustbehaftet, retten die Sprache und fahren die Übertragungsrate zur Rettung der Verbindung und Latenz runter. Z.B. WebRTC sieht keinen einzigen Lossless Codec vor.

    Will man Musik qualitativ hochwertig übertragen, brauchen die Programme eine andere Architektur und Übertragungsprotokolle.

    Hier werden Programme dargestellt, die nicht für Musikübertragung geeignet sind. Das mag man bei Corona hinnehmen, aber als grundsätzliche Lösung sind diese Programme nicht vertretbar.

    Ich habe es mit einem Schüler hinbekommen, einen gegenseitigen Audiostream in CD-Qualität hinzubekommen. Auf beiden Seiten Zoomgeräte als Mikros. Die Audioqualität lag weit über der der Musikunterricht Plattform Doozzoo.

  29. Matthias Krebs sagt:

    Anlässlich der vielen Informationen zur Frage, ob insbesondere ZOOM im Kontext von Musikschule verwendet werden kann und ob Online-Unterricht ein „Zukunftsmodell“ oder nur eine „Notlösung“ ist, habe ich einen Diskussionsbeitrag geschrieben, in dem verschiedene Positionen zu diesem Thema kompakt zusammengestellt werden.

    Link –> Künstlerischer Einzelunterricht mit ZOOM?

    Instrumentalunterricht und Gesangsunterricht mit Zoom?

    Wie geht es mit den Entwicklungen, die sich zu Krisenzeiten verbreitet haben, weiter? Sind Unterrichtsformen wie das Online-Unterrichten nur eine Notlösung?

    Im Kommentarbereich des Beitrags finden sich aktuell schon 7 interessante Standpunkte…

    Ihr seid herzlich eingeladen euch an der Diskussion zu beteiligen!

  30. Stephan sagt:

    Ich habe hier verschiedene Systeme auf ihre Audioqualität für mich getestet und die Ergebnisse mitgeschnitten.
    Beteiligte Programme:
    * Skype
    * Zoom
    * meet.jitsi
    * AppRTC
    * Linphon
    * Studiogate (Das ist kein Videochattool. Sondern ein VST-Plugin für DAW, um verlustfrei via VoIP einen Mix über das Internet zu übertragen.
    * Jamkazm

    Anhören kann man sich das hier: https://www.gitarrenunterricht-frankfurt.de/2020/04/17/skype-zoom-und-konsorten-audioqualitaetsvergleichonlineunterricht-audioqualitaetsvergleich/

  31. Jörg Woinowski sagt:

    LINUX:

    Zumindest Skype, Zoom und Jami gibt es auch für Linux

  32. sebastianchica sagt:

    Hallo in die Runde,
    ich habe 2 Tutorial in denen ich erkläre wie man bei ZOOM den Originalton einschaltet und die Funktion des Whiteboards vorstelle.

    Auf Kommentare und Feedback auf Youtube und bei diesem Beitrag würde ich mich freuen. Ich hoffe einige von euch profitieren davon.

    Originalton:
    https://youtu.be/HVtCGm9SPNI

    Whiteboard
    https://youtu.be/eYzDRhQIDvs

  33. Uwe Peters sagt:

    Hallo,
    wir wollen mit unserem Chor virtuelle Chorproben mit Skype veranstalten. Dazu hat der Leiter des Gruppenchats seinen Bildschirm geteilt, um den anderen Teilnehmern ein Video ihrer Stimme zuzuspielen. Die Teilnehmer haben ihr Mikro stumm geschaltet, wenn sie sich an der Einspielung orientieren und mit singen. Kann der Gruppenleiter (ein Chormitglied, kein ausgebildeter Sänger) ebenfalls sein Mikro ausschalten und trotzdem den Videoton übertragen?

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