MMM2017: Vorträge – grundlegende Theorien sowie Forschungsprojekte

Forschungsstelle Appmusik | 17. Januar 2017

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Vorträgen auf der Internationalen Fachtagung Mobile Music in the Making 2017 (#MMM2017) vom 10. bis 11. März 2017 in der Universität der Künste Berlin. In den Vorträgen werden innerhalb von 20min grundlegende Theorien sowie Forschungsprojekte vorgestellt. Zusammengetragen sind auf dieser Seite die Abstracts der einzelnen Vorträge, Angaben zu Räumen und Zeiten sowie Hintergrundinformationen zu den einzelnen Redner_innen.

Update: Wir haben eine Konferenz-Webseite erstellt, auf der nun alle Informationen zum Programm, zu den Referenten und zur Organisation zusammengefügt sind. Folgen Sie gleich diesem Link —> www.mmm2017.appmusik.de

 

Zur Konzeption

In der Konzeption der internationale Fachtagung ist es uns wichtig, möglichst diverse Praxen, Erfahrungen und Methoden vorzustellen und unterschiedliche Akteure zusammenzubringen. Diese stammen sowohl aus der Beschäftigung mit mobilen Musiktechnologien in künstlerischen als auch kultur- sowie musikpädagogischen Praxen und in darüber hinaus vielen angrenzenden Fachbereichen wie etwa der Technologieentwicklung.

Infolgedessen gibt es verschiedene Tagungsformate, die sich einerseits speziell an der heterogenen Zielgruppe des Internationalen Symposiums ausrichten und andererseits unterschiedliche Formen der Partizipation ermöglichen sollen:

  • Sessions (mehr dazu hier)
  • Vorträge
  • Diskussionsforen
  • sowie BarCamp, Keynote, Konzert

In diesem Beitrag möchten wir euch einige Referenten und aus den Vorträgen vorstellen.

Update: Wir haben eine Konferenz-Webseite erstellt, auf der nun alle Informationen zum Programm, zu den Referenten und zur Organisation zusammengefügt sind. Folgen Sie gleich diesem Link —> www.mmm2017.appmusik.de

 


Philipp Ahner (Detmold & Wangen): Lernen und Gestalten mit digitalen Medien im Musikunterricht

 

Abstract: Außerhalb von Schulen sind Umgangsweisen mit Musik und digitalen Medien eng mit einander verbunden. In Schulen tut man sich schwer, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Funktioniert Musikunterricht mit digitalen Geräten anders als ohne? Können Aufgaben anders oder gar andere Aufgaben im Unterricht bearbeitet werden? Und können die außerschulischen Umgangsweisen der Jugendlichen mit Musik und digitalen Medien in den Musikunterricht einbezogen werden? Der Beitrag begründet in Bezug auf die Selbstbestimmungstheorie die Notwendigkeit der Entwicklung von Gestaltungsprinzipien für Lernsituationen mit digitalen Medien unter Berücksichtigung der Umgangsweisen von Jugendlichen mit Musik in der Schule. Dabei erscheint der Begriff „Design“ als zentraler Moment von pädagogischer und musikalischer Gestaltung und Forschung. Darauf aufbauend werden Perspektiven und Nutzen dieser fachdidaktischen Entwicklungsforschung (Design Based Research) anhand des Projekts KlangAPPs aufgezeigt.

Keywords: Jugendliche, digitale Medien, Musikunterricht, Selbstbestimmung, Design, Fachdidaktik

Zur Person:

Philipp Ahner ist Professor für Fachdidaktik an der Hochschule für Musik Detmold sowie Abteilungsleiter und Lehrer (Musik, BWL und Geschichte) am Beruflichen Schulzentrum Wangen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der musikdidaktischen Entwicklungsforschung für Lern- und Gestaltungsaufgaben mit digitalen Medien im Jugendalter.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Philipp Ahner
Hochschule für Musik Detmold
Mail: ahner@hfm-detmold.de
http://www.hfm-detmold.de

 


Martin Donner (Stuttgart): Zur Dinglichkeit virtueller Instrumente auf Smart Devices und ihrer Fruchtbarkeit in pädagogischen Settings

 

Abstract: In der Pädagogik gibt es einen breiten Diskurs zur Materialität der Dinge und ihrer Bedeutung für pädagogische Prozesse. Zu nennen wären hier z.B. Autoren wie Arnd-Michael Nohl, all jene Bildungstheoretiker, die sich an Bruno Latours Akteur-Netzwerk-Theorie orientieren oder auch phänomenologische Perspektiven wie die einer Käthe Meyer-Drawe. Interessanterweise entwickelten sich diese in den Sozial-, Kultur-, und Wissenswissenschaften auch unter dem Begriff des „material turn“ firmierenden Perspektiven gewissermaßen parallel zur zunehmenden gesell- schaftlichen Relevanz der Digitaltechnologien und den damit verbundenen Virtualitätsdiskursen. Wie aber verhalten sich der auch in der Pädagogik offensichtlich relevante Hinweis auf die epistemologische Dimension der Materialität von Dingen und das Argument von deren scheinbarer Virtualisierung zueinander? Inwiefern schneiden sich beide Diskursstränge in der konkreten pädagogischen Arbeit mit Musikapps und welche fruchtbaren Potentiale könnte diese Überschneidung möglicherweise bergen? Der Vortrag will diese Fragen reflektieren und einige von der Praxis inspirierte Vorschläge machen, die in Folge gemeinsam diskutiert werden können. Als konkretes Beispiel soll ein Musikworkshop mit geistig behinderten Jugendlichen vom 2-4.11.2016 dienen, die sowohl die Möglichkeit hatten, „echte“ Schlag- instrumente zu verwenden als auch Drum- und Percussionapps zu benutzen.

Zur Person: 

Martin Donner, Kultur- und Medienwissenschaftler, ist seit vielen Jahren als freischaffender Theaterkomponist und Produzent tätig und bietet seit mehreren Jahren in der offenen Jugendarbeit auch Musikangebote mit digitalen Medien und Musikapps an.

 

 


Georg Harbig & Tobias Rotsch (Münster): Mobile Music Competencies for Teachers?! – Möglichkeiten der Vermittlung von Kompetenzen zum Musizieren mit mobilen Endgeräten in der Lehrer_innenausbildung im Fach Musik – Analysen und Perspektiven

 

Abstract: Im Vortrag mit Praxisbeispielen wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit mobilen Endgeräten in Musik-Lehramtsstudiengänge integrieren lässt. Zuerst werden dazu ausgehend von einer Darstellung und Analyse des Ist-Zustandes (anhand von KMK-Vorgaben, Modulhandbüchern von Musik-Studiengängen und Lehrangeboten) und des aktuellen Forschungsdiskurses Thesen zur Notwendigkeit einer integrierten Medienbildung in Musik-Lehramtsstudiengängen entwickelt. Diese werden anschließend für die Beispiele Appmusik und das Musizieren mit mobilen Endgeräten im Entwurf eines Kompetenzmodells für die verbindlichen Studienbereiche Musikpraxis, Musiktheorie, Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Fachdidaktik expliziert und diskutiert. Illustriert werden die Vorschläge durch Beispiele aus der eigenen Lehrpraxis.

Keywords: Lehrerausbildung, Musikpädagogik, Hochschuldidaktik, Digitale Medien, Appmusik

Georg Harbig absolvierte zuerst eine Ausbildung im IT-Bereich und studierte Wirtschaftsinformatik bevor er sich für ein Lehramtsstudium mit den Fächern Musik und Deutsch entschied. Nach dem Referendariat und einer Beschäftigung als Grundschullehrer ist er seit 2010 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den lehrerausbildenden Studiengängen des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der WWU Münster tätig. Seine Schwerpunkte in der Lehre liegen neben praktischen und reflektierenden Veranstaltungen zum Themengebiet Musik & Medien im Bereich Populäre Musik und ihre Didaktik sowie in der Planung und Reflexion von Musikunterricht. Im Rahmen seines Promotionsprojekts beschäftigt er sich aus einer hochschuldidaktischen Perspektive mit der Notwendigkeit und den Möglichkeiten von Medienbildung in musikpädagogischen Lehramtsstudiengängen.

Tobias Rotsch, Musikproduzent, Songwriter und Arrangeur, ist Diplom-Musikpädagoge (IP, Fachrichtung Keyboards & Musicproduction). Seit 2007 hat er einen Lehrauftrag für „Musik und moderne Medien“ an der Musikhochschule Münster und seit 2014 am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik in der Westfälischen Wilhelms Universität Münster. Im neuen Pop Studiengang in Münster unterrichtet er zudem Songwriting und Geschichte der Popularmusik. Der Duisburger konzipiert und verwirklicht als freier Dozent Musikprojekte an Schulen und im sozialpädagogischen Umfeld, in denen kreative Prozesse und Partizipation mit Hilfe von Apps und DAWs im Mittelpunkt stehen. Er arbeitet dabei u. a. mit dem Institut für Popularmusik Duisburg, dem Netzwerk Create Music NRW und der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen zusammen.

 

Projektbeispiel: Gesamtschule Marxloh, Abschlussfilm 10. Schuljahr

 

Kontakt:

Philipp Schäffler (Jena): Musikapps und Kreativität – ein Spannungsfeld 

 

Abstract: In Zusammenhang mit Musikapps fällt sehr häufig das Stichwort Kreativität. Der Vortrag zeichnet das Spannungsfeld von Musikapps und Kreativität nach und untersucht dafür die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Musikapps. Ein Schwerpunkt wird auf die Frage gelegt, ob Musikapps komponieren können und die eigentlich nur dem Menschen zugeschriebene Fähigkeit zur Kreativität streitig machen. Der Blick wird dabei nicht nur auf die Popmusik gerichtet, deren gängigen Muster sich durch Algorithmen nachbauen lassen, sondern auch auf die digitale Sphäre der sogenannten Neuen Musik.

Dr. Philipp Schäffler ist Lehrer für Musik und Globales Lernen am Christlichen Gymnasium Jena. Promotion an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar zur „Idee der Bildung im Schaffen von John Cage“. Lehraufträge an der Friedrich-Schiller-Univestität Jena zu Fragen ästhetischer Erziehung und Bildung sowie an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar zur Konzertpädagogik. 2014 gewann er mit dem Schulprojekt „Komponieren mit Smartphones und Tablets – Push your musical boundaries“ den Europäischen Schulmusikpreis.

 


Johannes Steiner (Innsbruck): digital MUSICIANship – Digitales Klassenmusizieren – ein innovatives Konzept für den Musikunterricht 

 

Abstract: Im Zentrum des Projekts stand die Frage nach den Merkmalen des digitalen Musizierens mit Gruppen in Echtzeit und seine Bedeutung für das Klassenmusizieren in der Musikpädagogik. Das von Sparkling Science unterstützte Forschungsvorhaben ermöglichte Schülerinnen und Schülern eines oberösterreichischen Gymnasiums sich intensiv mit verschiedenen Aspekten des digitalen Musizierens zu beschäftigen. Durch Musik-Apps wurden Smartphones und Tablets zu digitalen Musikinstrumenten. Zusätzlich zu den Tablets wurde das Tenori-on als spezielles digitales Musikinstrument eingesetzt. In Kooperation mit dem Institut für Musikpädagogik Wien entwickelten die Schüler und Schülerinnen gemeinsam mit Studierenden, Künstler und Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedene Konzepte zum digitalen Klassenmusizieren.

Keywords: Klassenmusizieren, Musik-Apps, Tenori-on, digitales Musizieren, Musikpädagogik

Kontakt: 

Dr. Johannes Steiner
johastei@me.com
http://digitalmusicianship.at/

 


Oliver Wiesener (Stuttgart): Kreativitätsmethoden zur Entwicklung neuer Musikstücke unter Nutzung mobiler Endgeräte

 

Abstract: Die Entwicklung neuer Musikstücke und die Erfindung neuer Produkte weisen insbesondere in der Frühphase des Erstellungsprozesses Ähnlichkeiten auf, da hier jeweils Kreativität von hoher Bedeutung ist. Zur Steigerung der Kreativität werden in der Industrie bei der Neuprodukterstellung unterschiedliche Kreativitätsmethoden wie etwa Brainstorming, Design Thinking oder etwa auch die Morphologische Analyse eingesetzt. Die Anwendung dieser Methoden ist generell auch im Musikumfeld denkbar. Dabei eignet sich etwa die Morphologische Analyse zum Finden neuer Musikkombinationen und somit zur Erstellung neuartiger Musikstücke. Mobile Endgeräte unterstützen hierbei beispielsweise beim Methodeneinsatz mittels Mindmapping-Apps sowie auch bei der Aufzeichnung erster Musikideen etwa mittels Apps zur Musikerstellung.

Keywords: Musikstile, Musikideen, Kreativität, Methoden, Innovation

Zur Person: 

Prof. Dr. Oliver Wiesener studierte am KIT sowie an der TU München und promovierte an der Universität Trier zum Thema Innovationserfolg. Anschließend war er in verschiedenen Management-Positionen international tätig und ist seit 2015 Inhaber einer Professur an der Hochschule der Medien in Stuttgart mit dem Forschungsschwerpunkt Technologie- und Innovationsmanagement. Sein Lehrgebiet umfasst weiterhin Musikdesign insbesondere im Bereich der Werbung.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Oliver Wiesener
Hochschule der Medien
Nobelstraße 10
70569 Stuttgart
wiesener@hdm-stuttgart.de

 


Zuletzt noch einmal der Hinweis:

Update: Wir haben eine Konferenz-Webseite erstellt, auf der nun alle Informationen zum Programm, zu den Referenten und zur Organisation zusammengefügt sind. Folgen Sie gleich diesem Link —> www.mmm2017.appmusik.de

 

Die Forschungsstelle Appmusik am Berlin Career College der Universität der Künste Berlin beschäftigt sich mit der systematischen Erfassung des Phänomens Appmusik sowie den resultierenden pädagogischen Implikationen dieser veränderten musikalischen Praxis.