Touching Music – Klassenmusizieren und musikalisches Körpererleben als Zugang zu postdigitalen Musikkulturen

Matthias Krebs | 5. Februar 2026

Im Zuge digitaler Transformation verändern sich die kulturellen Praktiken des Musizierens grundlegend: Digitale Materialitäten, hybride Interfaces und neue Körper-Technik-Verhältnisse prägen ästhetisches Handeln in wachsendem Maße. Mobilgeräte wie Tablets und Smartphones bieten mit Musikapps eine flexible und vielfältig einsetzbare Plattform für kreative Gestaltungsprozesse, kollaboratives Lernen und performative digitale Musikprojekte.

Neben ihrer Nutzung für Musikproduktion (z. B. Studio-Apps) oder als Hilfsmittel (z. B. Metronome, Stimmgeräte) werden sie auch als eigenständige Instrumente im Live-Musizieren eingesetzt, wie zahlreiche künstlerische Performances in YouTube-Videos zeigen. Genau auf die performative Nutzung fokussieren die hier vorgestellten Fortbildungsmodule. Damit ergänzt das Thema bestehende Fortbildungsangebote in den Bereichen Musikproduktion und Songwriting.

Klassenmusizieren und musikalisches Körpererleben als Zugang zu postdigitalen Musikkulturen – Überblick über die Materialien

Die Fortbildungsmodule bietet Fortbildner:innen, Fachberater:innen etc. im Fach Musik (Grundschule und Sekundarstufe I / II) Material zum Thema Musizierangebote im Unterricht mit digitalen Technologien.

  • Sie fokussieren die Verwendung von Tablets (insb. das iPad) und Apps (insb. GarageBand) als Instrumentarium – z. B. zur Liedbegleitung, als Bandinstrumentarium sowie für Performance-Duos.
  • Darüber hinaus bieten die Module Impulse zur Sensibilisierung und Diskussion zur digitalen Transformation – für die körperlichen und kulturellen Dimensionen digitalen Musizierens. Dabei eröffnen sie eine Auseinandersetzung mit verschiedenen post-digitalen Spielweisen auf Tablets, die als Ausgangspunkt für eine kulturreflexive musikpädagogische Praxis auf Basis körper- und wahrnehmungsorientierte Musizierformen dienen und zum Hinterfragen etablierter ästhetischer, technischer und pädagogischer Zuschreibungen anregen.

Das Fortbildungskonzept wurde im Rahmen des BMBF-Projekts COMeARTS Musik konzipiert und evaluiert. Die Entwicklung der Unterrichtsmodule und der Unterrichtsmaterialien basiert auf einer Grundlagenstudie zum Thema „Körperlichkeit digitaler Performance-Praktiken“ (Krebs 2023; 2024; 2025). Die Konzeptentwicklung wurde von Fortbildner:innen und Lehrkräften intensiv begleitet und die Module sowohl im Unterricht als auch an verschiedenen Lehrkräfte-Fortbildungsinstituten der Bundesländer mit Lehrkräften mehrfach erprobt.

  • Link zum Nutzungskonzept: WirLernenOnline-Plattform
  • Link zur Materialsammlung: Academia.edu
  • Link zum Überblicksvideo: https://youtu.be/MVntkWrVEsY („Apps in der musikalischen Bildung“, Krebs 2023)

 

Performance-Videos (YouTube-Sammlung)

Wichtig: Die hier im Folgenden vorgestellten Spielweisen (Krebs 2025) sind nicht als feste oder ‚natürliche‘ Formen gemeint, sondern als Heuristik. Sie bieten eine (analytische) Perspektive und sollen dabei unterstützen, über Beobachtungen und eigene Erfahrungen ins Gespräch zu kommen.

  • Auditiv-taktile Spielweise

 

  • DJ-ing Spielweise

 

  • Live-kompositorische Spielweise

 

Heuristische Gegenüberstellung

Kulturelle Spielweise Kurzbeschreibung Körper-Interface-Klang-Beziehung; zentrale Orientierung
„Auditiv-taktile Spielweise“ Fokus liegt auf unmittelbarem Zusammenhang von Berührung, Klang und weiterem Feedback Körperliche Nähe, Direktheit, Körpererweiterung; Reproduktion
„DJ-ing Spielweise“ Performance als Live-Arrangieren und Übergangsgestaltung, Looping, Triggern Sowohl asynchron als auch stellenweise synchron; Dirigat
„Live-kompositorische Spielweise“ Nutzung der App zur situativen Komposition, spontane und zugleich strukturierte Klangschichtungen und Strukturbildung, zyklische Automationen Programmierung; Schichtungen, die körperlich evaluiert werden

 

Musikmachen mit GarageBand

  • Liedbegleitung zu „Mein Dackel Waldemar“ mit GarageBand

 

  • „DJ-Performance“ mit GarageBand (Live-Loops)

 

  • Live-kompositorisches Musikmachen mit GarageBand (Beat-Sequencer)

 

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Die Fortbildungskonzeption ist Ergebnis des Projekts

COMeARTS MUSIK

fortbilden durch vernetzen – vernetzen durch fortbilden. Gelingensbedingungen diversitätssensibler, digitalisierungs- und digitalitätsbezogener Fortbildungsmodule für die Fächer Kunst und Musik in Community Networks.

Leitung: Prof. Dr. Christian Rolle
(Universität zu Köln)

https://www.hf.uni-koeln.de/42530


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