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ich habe 2 Tutorial in denen ich erkläre wie man bei ZOOM den Originalton einschaltet und die Funktion des Whiteboards vorstelle.
Auf Kommentare und Feedback auf Youtube und bei diesem Beitrag würde ich mich freuen. Ich hoffe einige von euch profitieren davon.
Originalton:
https://youtu.be/HVtCGm9SPNI
Whiteboard
https://youtu.be/eYzDRhQIDvs
Ich finde es auf jeden Fall sehr spannend zu sehen was für neue Möglichkeiten durch Onlineunterricht im pädagogischen Bereich zur Verfügung stehen und wie unterschiedlich wir Beteiligten (Lehrende, Lernende, Eltern und Institutionen) mit diesen umgehen.
Hier ein paar paar Gedanken auf Grundlage meiner Erfahrungen in diesen Zeiten von Corona zur Diskussion:
1. Technik nutzen, heißt Technik lernen. Ich stelle immer wieder fest, dass viele Menschen das erlernen von technische Sachen als belastend empfinden. Für vielen MUSS Technik selbsterklärend sein. Diese muss uns effizienter und kreativer zu arbeiten helfen. So bewerben auch Hersteller und Software-Entwickler ihre Produkte. Deshalb finde ich, dass viele Hindernisse mit der Technik auch eine Frage der Rezeption sind. In meiner kurzen Erfahrung als “Digitalpädagoge” erlebe ich häufig, dass etwas Technisches zu verstehen und beherrschen sehr viel Freude bereitet (ähnlich wie bei Instrumenten lernen der Fall ist). Das ist einfach eine positive Eigenschaft jedes Lernprozesses. Meiner Meinung nach, sollten wir uns bemühen unseren SuS und Kollegen dieses positiven Aspekt zu vermitteln und in unserem Unterrichtskonzept (kurz und langfristig) zu integrieren.
2. Voraussetzung ist die Bereitschaft zu haben sich mit Neuem zu beschäftigen. Wer nichts lernen will, kann auch nichts lernen (zumindest nicht nachhaltig). Und damit meine ich besonders uns Lehrkräfte was das Thema Technik angeht.
3. In der ganze Diskussion fehlt eine klare Differenzierung zwischen dem Privatunterricht und dem Unterricht an (öffentlichen)Musikschulen. Zum einen, weil die Arbeit an der Musikschule von behördlichen Instanzen bestimmt wird. Für die Suche nach Lösungsansätze kann dies für Lehrkräfte sehr einschränkend sein, weil viele mögliche Lösungen auf Grund von Datenschutz oder vertraglichen Vereinbarungen außen bleiben (müssen). Zum anderen überträgt sich dies auf dem Bereich der technischen Ausstattung. Einschulung des Kollegiums und Anschaffungen von Seite der Musikschule sind absolut sinnvoll, führen und zielen aber dazu zu eine Standardisierung der Ressourcen. Als Privatlehrer trage ich alleine hohe Kosten für die notwendige Anschaffungen, kann aber dafür selbständig bestimmt wie viel ich für meine Arbeit benötige und habe absolute Freiheit im Punkt Einzelvereinbarungen mit den Schülern. Das ist ein wichtiger Aspekt, weil damit ich mein eigenes Tempo an Innovation (wie viel ich ausprobieren darf?, welche Mitteln/Apps ich verwende?, welche Geräte ich benutze?) im mein Unterricht bestimmen kann. Langfristig kann dies dazu führen, dass Musikschule eine deutlich längere Zeit brauchen und diese Digitale Ressourcen in ihrem Alltag zu integrieren.
4. High-Tech vs. Otto-Verbraucher: Viele Lehrkräfte kämpfen nicht nur mit dem Druck diese neue Wege zu gehen und die hohe Erwartungen von Seite von Schulleitung und Kollegium, sondern auch mit den eigenen Ansprüche. Als Instrumentallehrer möchte man im besten Fall, die bestmögliche Unterricht anbieten zu können. In der neuen Situation hängt diese Qualität auch von der technische Ausstattung. Deshalb denken viele Kollegen, dass sie diese Qualität durch teuere technische Anschaffungen kompensieren können oder sollen. Entscheidend ist: kann ich VIEL mit WENIG?. Meiner Meinung nach, JA! Vorausgesetzt, die Internetverbindung ist gut, reichen Laptop/Tablet und Telefon um einen Unterricht online zu Gestalten. Selbstverständlich nach Oben ist alles möglich, wie der Beispiel hier:
Ich möchte an diese Stelle meine KollegInnen Mut machen verschiedene preisgünstige Variante auszuprobieren. Zum Thema findet man unzählige Einleitungen im Netz.
5. Der Onlineunterricht verlangt, dass wir unsere Werte neu- bzw. umdenken. Präsenzunterricht ist nicht eins zu eins zu ersetzen. Für uns Pädagogen ist wichtig uns die Frage stellen: Was kann ich auf diesem Weg gut vermitteln?, was bleibt auf die Strecke?, was geht verloren?. Ich kann bestimmt Fehlhaltungen, Fingersätze, Phrasierung oder Artikulation vermitteln aber Klangentfaltung, Dynamik und akustische Wahrnehmung wahrscheinlich nicht. Die Antworten auf diesen Fragen werden bestimmt von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich sein, weil es von den eigenen Fähigkeiten, dem Instrument und den Inhalten abhängig ist. Das auf Papier zu bringen kann Einem Klarheit geben von was man damit Zielen kann und will.
6. Anders lernen. Anders unterrichten. Ich beobachtete in den vergangenen Wochen, dass diese neue Lernformen erfordern von den SuS ihre Ziele klarer zu formulieren. Weil der Rahmen knapper ist, müssen die Schüler bei der Erstellung eines kurzes Video sich verschiedene Fragen stellen: was will ich meinem Lehrer zeigen?, welche Stelle ist wichtig?,welche Parameter ist hier Relevant (Dynamik, Tempo, Fingersatz, Charakter, usw.? Für uns Instrumentalpädagogen heißt auch knapper Rückmeldung geben, konkrete Aufgaben geben. Klare Ziele aufzeigen. Ja, das gehört auch zum Präsenzunterricht aber es rückt hier bewusster im Fokus, weil sonst die Effizienz diese Art von Arbeit sehr stark darunter leidet und dadurch uns hoch belasten kann.
7. Auch, wenn Datenschutz nicht immer Konform, fand ich sehr hilfreich und Interessant die Umgebung in dem meine SuS üben. Bei den meisten Fällen, fand ich nicht besonders erfreuliche Überraschungen wie kleines Keyboard oder im Stehen spielen, oder falschen Hocker und und und.
8. Es verlangt ein anderen körperliche,-geistlichen Einsatz. Am Ende eines Unterrichtstag waren meine Augen völlig übermüdet, meine Ohren wegen den Kopfhörer fühlten sich bedruckt, meine Unterdrücke und Nacken ließen sich auf Grund von fälschliche Haltungen merken und meine Stimme wegen des konstanten Wiederholen der Aufgaben wurde heiser. Das bedeutet Pausen einbauen. Bewegung zwischendurch nicht vergessen. Viel Trinken. Frische Luft schnappen. Onlineunterricht ist in diesem Fall reine Büroarbeit, weil es vor dem Rechner stattfindet. Arbeitsgesundheit ist hier ein wichtiges Thema, dass wir mehr Aufmerksamkeit geben sollen, insbesondere, wenn die Situation über mehrere Monate sich nicht ändert sollte
9. Da SuS an sich eine Heterogene Zielgruppe ist, gilt auch hier hinterfragen, welche digitale Lösung für wen geeignet ist. Viele SuS bevorzugen die Aufnahme von wöchentliche Videos, andere Onlinekonferenz, andere wollen das gar nicht. Für viele Lehrer bedeutet es eine Vermehrung der Arbeitsweisen. Also deutlich mehr Belastung. Deshalb ist wichtig festzulegen, welche Art von Unterricht für welche SuS gut ist. Und welche Art von Unterricht kann man sich leisten.
10. Präsenzunterricht lebt von den persönlichen Kontakt. Körpersprache, akustische Wahrnehmung, Gerüche, Instrument und manchmal sogar Stille gehören zu ihre wertvolle Qualitäten. Vieles im Unterricht “Nichtgesagte” hat öfter große psychologische Einwirkungen. Meine Erfahrung nach ist auch extrem wichtig die emotionale Verbindung zu der Lehrer oder die Lehrerin. Das bleibt momentan auf die Strecke und garantiert, dass Menschen die Wert auf diese Sachen legen weiterhin den persönlichen Kontakt bevorzugen werden.
11. Im besten Fall sollten wir uns bemühen das Erlernte in Zeiten von Corona nachhaltig in unserem Unterricht einzubeziehen. Ergänzen statt ersetzen (wobei Präsenzunterricht ja gar nicht zu ersetzen ist! wozu das dann hervorheben). Unsere Aufgeschlossenheit gegenüber die technische Möglichkeiten kann unsere Arbeit interessanter und vielfältiger machen.
]]>Warum :
Nicht nur , dass die sinnliche Wahrnehmung verkümmert: Der Raum in dem man sich trifft, die Aura, der Geruch, das Licht, etc. ist nicht zu unterschätzen und bringt erst zusammen mit der spieltechnischen Erklärung die inspirierende Kraft.
(übrigens unterrichte ich einige Jugendliche und die sind zu 90% froh einen Termin außer Haus zu haben)
Und wie ist es mit Gesang : Voice coaching ? Wie gut soll das Mikro ( Neumann, Shure) und die Abhörmonitore sein, dass man nuanciert sich zusammen Stücke „erarbeitet“ und am passenden Timbre „feilt“
Und was mach ich Chorleiter div Chöre ? – ich hab es schon ausprobiert – hier bräuchte es deutlich verbesserte digitale Angebote und auch hier bliebe es ein Hardware Problem jedes einzelnen Chormitgliedes.
( ich will jetzt gar nicht von Gruppendynamik und Freude bei der wöchentlichen Begegnung und auch da mit allen Sinnen) sprechen.
Wenn Online Unterricht verstärkt nachgefragt wird, werde ich es alternativ anbieten „müssen“ – wenn ich wählen darf :
bleibt es offline
Beinahe 100% meiner Schüler haben mein Online-Angebot wahrgenommen. Es gab einige Aha-Erlebnisse mit Schülern, die angefangen haben mehr zu üben und zu Playbacks zu spielen. Die häuslichen Übe-Vorraussetzungen konnten eingesehen werden und Hinweise auf fehlende Notenständer, Spielhilfen oder ein verstimmtes Klavier wären anders nicht möglich gewesen.
Ich denke, dass durch die Corona-Erfahrung auch über die Krise hinaus sich der Online-Unterricht etablieren, aber dennoch die traditionelle Form beibehalten wird. Schwierig ist vor allem bei neuen Schülern; wenn hier der Erstkontakt online stattfinden soll, wurde bisher zumindest mein Angebot noch nicht wahrgenommen. Das mag sich aber in den nächsten Monaten noch ändern.
Lehrer wie Schüler werden immer professioneller mit dem Umgang von Kamera und Unterrichtsumgebung. Besonders bei Teenagern funktioniert das hervorragend, sie kommen von selbst auf Problemlösungen, davon profitiere ich selbst auch. Schwieriger ist es bei Schülern mit schlechter Internetverbindung. Hier muss man flexibel reagieren und auch mal den Ton vom Festnetztelefon parallel verwenden. Lehrer, die technisch wenig versiert sind, haben es dabei schwer. Multitasking-Fähigkeiten sind hier extrem gefragt.
Von Kollegen höre ich, dass sie mit dem digitalen Unterricht nicht klarkommen, manchem klingeln die Ohren nach 60min. Ich habe auch bei mir festgestellt, dass der Online-Unterricht EXTREM anstrengend war in den ersten 2 Wochen. Dafür mache ich diese Faktoren verantwortlich:
– Die schlechte Tonqualität
– das ständig notwendiges Verbalisieren
– Ins-Wort-Fallen und Wiederholen des Gesagten durch die Latenz (Verzögerung)
– zu kurze Pause zwischen den Schülern (ich habe sofort nach Beenden des einen Anrufes den nächsten Schüler angewählt)
Dazu kam die nervliche Anspannung der Krise, Existenz- und Zukunftsängste und offene Gesundheitsfragen
Meine wichtigsten Tipps/Hilfen, die ich für mich umgesetzt habe:
– Verwenden von Kopfhörern, dadurch wird die Klangqualität verbessert und ich verstehe Gesagtes Besser
– bewusster und mehr mit Gesten arbeiten (Daumen hoch etc.)
– Geduld
– bewusst Pausen einplanen zwischen den Schülern mit dem Wissen um die Mehrbelastung durch Online-Unterricht
Wie in vielen Bereichen, hat die Krise auch etwas Positives. Wir erkennen die Grenzen des Online-Unterrichts und der Datenverbindungen. Die Zukunft gehört aber der Digitalisierung und zumindest ergänzenden Angeboten, die digitale Angebote und Techniken einbinden. Nicht alle Lehrer und auch nicht jeder Schüler kommt damit auf Anhieb klar. Interessant waren für mich aber Erfahrungen mit verhaltensauffälligen Schülern, die im Online-Unterricht wesentlich aufmerksamer waren.
Für die Zukunft sehe ich auch für diese Schüler eine Kombination aus traditionellem und digitalem Unterricht als sinnvoll an! Darüber werde ich mich mit den Schülern und Eltern zusammen beraten.
Walter Grund
]]>Die hier gestartete Diskussion führen wir hausintern schon seit einigen Jahren. Bei vielen Kolleg*innen schwingt die Angst mit, durch technische Innovationen „ersetzt“ zu werden bzw. Gefahr zu laufen, dass neue Technologien die eigene Profession im Wert senken.
Online-Unterricht ist, genau wie direkter 1:1 Präsenzunterricht nicht per se gut oder schlecht. Beides bietet Chancen aber eben auch Fallstricke. Ja, ich bin, gerade als klassischer Schlagzeuger der Meinung, dass Musik eine sinnliche Erfahrung ist. Ein Instrument, das einen ganzen Raum zum Schwingen bringt, ist etwas wunderbares. Bei aller Technikaffinität ist das nichts, was auch der beste Surroundsound (für mich) ersetzen kann. Dennoch wehre ich mich dagegen jetzt schon zu sagen, dass der Online-Unterricht eine „Krücke“ für Notzeiten ist, die nach Ende der Krise dringend wieder verschwinden muss.
Besonders öffentliche Musikschulen sind mitunter recht sperrig für die Kundschaft was Information, die (digitale) Erreichbarkeit, die Buchung von Leistungen oder das „Erforschen“ angeht. Da gibt es Entgeltordnungen, Satzungen, Erklärungen, feste Unterrichtszeiten… Der Online-Unterricht kann unseren Service, den wir als Musikschulen (oder Musikpädagog*innen) an die Kundschaft verkaufen, sehr verbessern. Online-Unterricht als Ergänzung kann gut eingesetzt werden. Ja, auch zu der eigentlichen Unterrichtszeit, wenn der/die Schüler*in es nicht anders schafft als eben online – eine heilige Kuh, ich weiß. Wenn jemand ausschließlich online unterrichtetet werden will (!) warum sollte man dies nicht ermöglichen wollen, wenn es pädagogisch Sinn macht? Von einem zum anderen Präsenzunterricht entsteht eine pädagogische Lücke, die man gut digital füllen kann. Komposition, Theorie, Gehörbildung… die konservativsten Fächer (oftmals) an Musikschulen können durch digitale Technologien zu noch mehr Leben erweckt werden. Websites können mit viel Hintergrundmaterial und selbst produzierten Clips endlich nicht nur schön aussehen, sondern auch klingen und so helfen, dass die Kundschaft Instrumente kennenlernt, die sie sonst vielleicht nicht kennengelernt hätte.
Der Online-Unterricht als Möglichkeit, am besten DSGVO-konform integriert in ein schlüssiges, digitales Gesamtkonzept was die Kommunikation mit der Kundschaft angeht, ist für mich da eine Wunschvorstellung. Eine Ausgangsplattform – viele Vernetzungen.
Ohne Investitionen wird es nicht gehen. Es verwundert schon manches Mal beim Blick in ein Musikschulsekretariat, wenn Mitarbeiter*innen mit alter Hardware und Verwaltungsprogrammen aus MS-DOS Basis die Schuldatenbank pflegen, während zeitgleich das für 7.000 Euro angeschaffte Cello für 8 Euro im Monat an den Schüler mit iPhone 11 auf der anderen Seite des Tresens, verliehen wird. Selbstverständlich wird man nicht das gesamte Kollegium über Nacht mit den neusten Geräten ausstatten können, aber unmöglich ist es nicht. Die Investition lohnt sich. Musikschulen wie Malchin machen es vor.
Wir müssen alle besser werden, was das Wissen um digitale Möglichkeiten angeht. Häufig fehlt für seit Jahren gängigen Verfahren, elementares Knowhow. Die Kollegien müssen geschult werden. In anderen Arbeitsbereichen mussten sich Menschen auch auf veränderte Realitäten einstellen. Die Zeit jetzt hat gezeigt, wie schnell wir in der Lage sind Rückstände aufzuholen. Hier gilt es für mein Verständnis unbedingt (!) dranzubleiben und Bedenken über Bord zu werfen. Wie oft sind wir es, denen mit Bedenken seitens der Stakeholder begegnet wird. Wir haben (gerade als Leitungen) gelernt, dass Bedenken immer auch Kompetenz (vermeidlich) ausstrahlen. Nur sind wir jetzt in der Position zu handeln und dafür stehen derzeit mehr Möglichkeiten offen und mehr Dogmen sind ins Wanken gekommen, als es wohl je zuvor der Fall war. Ich meine, dass wir das nutzen sollten.
Die Angst, dass wir uns damit selbst abschaffen, teile ich wie Miriam Köpke ebenfalls nicht. Ich bin der Überzeugung, dass wir mitgehen müssen! Die Werte von Präsenzunterricht will wohl niemand „opfern“ auch müssen sie nicht zwangsläufig digital „ergänzt“ werden. Das kann Sinn machen – ja – manches Neue, Spannende, Faszinierende, funktioniert ja vielleicht auch nur digital. Die Palette wird größer und wir vielleicht ja sogar interessanter. Mit einer dazu passenden effektiven und smarten Administration, kann das gut funktionieren. Ja, wir haben eine Schatztruhe mit Werten wie Zwischenmenschlichkeit, sensorische Sensibilität, Haptik eines schwingenden Instruments und der Kraft des gemeinsamen Musizierens alle im Angebot – doch auf diesen Schatz werden wir über digitale Wege konsequenter hinweisen müssen. Wenn wir das tun und selbst gute Arbeit leisten, dann muss uns auch vor der Zukunft nicht bange sein. Angst ist nie eine gute Ratgeberin gewesen.
]]>Eine gute Dokumentation der Ereignisse! Vielen Dank dafür…
In jedem Falle bietet die derzeitige Situation eine Chance für eine sinnvolle Digitalplanung. Wichtig wäre mir persönlich hierbei zu einer gemeinsamen Sprache (Begriffe, Bezeichnungen und Definitionen) zu finden mit der Idee Musikschule immer „vom Schüler aus“ zu denken.
Ein Austausch der verschiedenen Meinungen und Erfahrungen in Form eines musikpädagogischen Digitalgipfels oder Ähnlichem würde vielleicht helfen…
Wichtig finde ich, beim Online-Unterricht nachzubessern, denn jetzt war es ein „Sprung ins kalte Wasser“ ohne große Vorbereitung (Fortbildung des Kollegiums, Anschaffung von guter Technik usw. war vorher nicht möglich). Vieles ist aktuell mit „der heißen Nadel gestrickt“, deshalb muss nun meiner Meinung nach optimiert werden. Sowohl Technik (z.B. Nachschulung des Kollegiums, Anschaffung von Mikros, Interfaces… – ja, da heißt es Geld beschaffen, ich weiß) als auch Methoden (wie können wir auch Gruppenunterrichte online gestalten, z.B. mit „Break-Out-Rooms“ in einer Videokonferenz, z.B. mit anderen Inhalten wie Gehörbildung, Songwriting, Rhythmus…) als auch rechtliche Fragen, denn aktuell befindet sich vieles in der Grauzone (z.B. Datenschutz bei tools für Videokonferenzen). Anders wäre ein schneller Reagieren aber nicht möglich gewesen, so dass dies für eine Übergangszeit akzeptabel ist, aber natürlich nicht so bleiben darf. Bei diesem schnellen Reagieren spreche ich allen Kollegen*innen meinen Dank und meinen Respekt aus – es war und ist für alle eine große Herausforderung.
Fatal fände ich persönlich, nach der Corona-Krise sich des neu dazu gewonnenen Online-Unterrichtes zu entledigen und ihn nur als Notlösung zu verpönen. Ja, Präsenzunterricht ist immer das Mittel der 1. Wahl, absolut! Man kann sich besser sehen, hören, reagieren. Aber es gibt nicht nur ganz oder gar nicht und schwarz oder weiß – dazwischen gibt es noch ganz viel andere Facetten. Und dazwischen sehe ich Präsenzunterricht plus Online-Unterricht – beides, kein entweder oder. Auch kein festes 50/50 Modell (ein hybrides Auto fährt auch nicht Hälfte Sprit, Hälfte Strom…) – auch hier müssen wir individuell reagieren, was für den Schüler*in und den/die Lehrer*in passt.
Und auch die Vorteile nicht vergessen, die es trotz allen Schwierigkeiten (die ich nicht leugne und auch erlebt habe – und ich sehne mich nach einer „echten“ Chorprobe!) gibt: Die Schüler*innen lernen mehr Selbständigkeit (z.B.: der/die Lehrer*in zeigt nicht direkt auf die Stelle im Stück, der/die Schüler*in lernt was „3. Zeile, 2. Takt“ heißt, z.B. der/die Schüler*in lernt besser das Stimmen des Instrumentes usw.), die Eltern lernen mehr Wertschätzung für den Instrumental- und Vokaluntericht, Lehrer*innen lernen ihre Schüler*innen und deren Umstände ganz neu kennen und entwickeln mehr Verständnis (verstimmtes Klavier, ungeeigneter Hocker…), alle beschäftigen sich neu mit Technik (lebenslanges Lernen :-).
Ich persönlich sehe nicht die Gefahr, dass wir uns durch Online-Unterricht abschaffen. Jede*r merkt, dass dieser seine Grenzen hat! Ich glaube nicht, dass nach der Corona-Krise plötzlich alle auf Online-Unterricht umsteigen möchten – wenn dies so wäre, hätten wir vorher keine gute Arbeit geleistet.
Ich bin der festen Überzeugung, dass alle – Leherer*innen wie Schüler*innen – sich wieder auf den Präsenzunterricht freuen. Ja, Ausnahmen gibt es immer, aber ich glaube, dass es Ausnahmen bleiben werden. Und dass man die neuen Chancen nutzen und vor allem üben sollte. Denn hier ist es wie beim Instrument: Nur mal ab und zu spielen bringt nicht wirklich viel. Also sollten wir auch bei Online-tools, bei Apps, bei Software… spielfreudiger werden. Ich persönlich denke, dass die aktuelle Situation bzw. Teile davon länger andauern könnten und wir uns darauf gedanklich und praktisch einstellen sollten. Wenn dem nicht so ist, freue ich mich sehr, mich geirrt zu haben!
Es liegt viel Arbeit hinter uns, aber auch noch viel Arbeit vor uns! Aber auch viele neue Chancen! Lasst sie uns gemeinsam, miteinander vernetzt nutzen!
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